Zu gleichförmig |

Das Sandro Albert Quartet feat. Tom Brechtlein

Text & Fotos: Bernd Zimmermann

Düsseldorf, 31.03.2013 | Sandro Albert gilt als das Ausnahme-Talent der brasilianischen Gitarerro-Szene. Und an Gitarristen mangelt es gerade in diesem Land wohl nicht. Am Donnerstag präsentierte die Jazz-Schmiede in Düsseldorf das Sandro Albert Quartet zusammen mit Tom Brechtlein.

Sehr interessant auch das Line-up: James Weidman (Piano) spielte hier vor Kurzem noch an der Seite von Joe Lovano und Dave Douglas, Tom Brechtlein (drums) arbeitete über Jahre mit Chick Corea aber auch mit Wayne Shorter, Robben Ford oder Dave Grusin sowie der Bassist Michael O'Brian, den man schon an der Seite des großartigen panamesischen Sänger Ruben Blades hören konnte.

Dementsprechend war dieses Konzert bei beim Publikum an hohe Erwartungen geknüpft. Und sowohl was das spielerische Können, als auch die Spielfreude angeht, war an diesem Konzert wahrlich nichts zu auszusetzen. Alle Akteure sind ohne Zweifel Meister auf ihren Instrumenten. Wirklich zu beeindrucken wusste an diesem Abend allerdings nur Michael O'Brian, vor allem mit seinen makellos gestrichenen Bass-Soli.

Der Beginn des Konzerts war begeisternd. Jedoch schnell sank das Interesse . Zu gleichförmig waren die Stücke. Wenig Abwechslung. Geschwindigkeit und Soloarbeit dominierten. Sandro Albert konnte kaum die Finger von seiner Gitarre lassen. Davon betroffen war vor allem James Weidman, dessen Piano-Soli immer wieder von willkürlich eingestreuten Akkorden des sympathischen Brasilianers zermatscht wurden.

Das zweite Set wirkte wie eine Wiederholung des ersten. In dieser Besetzung steckt viel mehr als das Spielen eines kurzen Themas, dann 3-4 technisch exzellente aber wenig kreative Soli, um dann wieder das Thema aufzugreifen. Viel Leistung, wenig Herz.