Wie im Fluge |

Peter Fessler in der Jazzschmiede

Text & Fotos: Bernd Zimmermann

Düsseldorf, 22.10.2010 | Gerade zurück vom brasilianischen Filmfestival - film erzählt musik - in Sao Paulo (Brasilien) trat am Freitagabend noch etwas "gejetlagt" Peter Fessler mit seinem kongenialen Percussionisten Alfonso Garrido auf.

Peter Fessler, der als einziger deutscher Jazzsänger einen Welthit hatte (New York, Rio, Tokyo) ist mit seiner Kunst des instrumentalen Singens ein Solitär unter den internationalen Jazzsängern. Er ist ein Ausdruckssänger und Gitarrist par Excellence und außerhalb jeglicher Kategorien. Seine virtuose Improvisationssprache Fesperanto ist unnachahmlich, ja geradezu hypnotisch, und zu seinem musikalischen Credo geworden. Dies läßt sich schon daran ablesen, welche Jazzgrößen ihn schon zum mitmachen eingeladen haben. Hierzu gehören u.a. Al Jarreau, Toots Thielemans, Randy Crawford, George Benson, Shirley Bassey, Gilbert Bécaud und Bobby McFerrin.

Mit seinem Zusammenspiel von Gitarre und Stimme, das sich teilweise zum mehrstimmingen Gesang verbindet hat er eine neue Klang-Ästhetik entwickelt. Dies alles konnten die Zuhörer am Freitagabend in der Jazzschmiede zu Düsseldorf live erleben. Mit seinem wunderbaren klaren, vier Oktaven umfassenden Gesang fesselte Fessler (Nomen est Omen) die Zuschauer derart, dass das 2-stündige Konzert wie im Fluge verging.

Dazu beigetragen hat in nicht geringem Maße sein Bühnenpartner Alfonso Garrido. Rhythmisch perfekt, kreativ im Zusammenspiel mit Fessler bearbeitete er seine vielfältigen Percussionsinstrumente mit Händen und Füßen. Obwohl nur zu Zweit, entstand während des gesamten Konzerts zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass hier etwas fehlen würde. Im Gegenteil, durch die minimale Instrumentierung konnten sich die Zuschauer voll und ganz auf den sensationellen Gesang des Peter Fessler einlassen.