Dieses Trio betört |

Norby, Danielsson, Wesseltoft

Text & Fotos: Christoph Giese

Essen, 03.02.2011 | Die Mutter Opernsängerin, der Vater Komponist. Und daheim lief immer nur Klassik. Aber laut wie Rockmusik, erzählt Caecilie Norby ihrem Publikum in der Zeche Carl. Klar, dass dieser Einfluss irgendwann abfärben musste. Und so hat die dänische Jazzsängerin mit „Arabesque“ eine neue, ziemlich bunte Platte produziert, die sie nun beim Auftaktkonzert ihrer kleinen Deutschlandtour in Essen vorstellte.

Auf dem Tonträger und live mit dabei sind zwei ganz illustre Namen im Jazz: der Norweger Bugge Wesseltoft am Konzertflügel und der Schwede Lars Danielsson, Bassist, Cellist und zudem Ehemann von Caecilie Norby.

Dieses Trio betört. Mit Stücken von Ravel, Debussy oder Rimsky-Korsakov, die als zarte und gefühlvoll arrangierte Balladen mit Texten von Caecilie Norby versehen ganz schön verblüffen. Damit, wie herrlich sich diese klassischen Kompositionen Richtung Jazz und Songwriting öffnen lassen.

Auch Norbys Version der Abbey Lincoln-Nummer „Wholly Earth“ ist ein starkes Stück Musik an diesem Abend. Wie auch der jiddische Ohrwurm „Bei mir bist du schoen“, bei dem Caecilie Norby nicht zum ersten Mal geschickt mit leicht elektronisch verfremdetem Gesang experimentiert.

Mit dem mediterran angehauchten „Women Of Santiago“ aus der Feder ihres Gatten oder dem sehr berührend interpretierten Abschiedslied „Danny Boy“ in der Zugabe zeigen Caecilie Norby, Lars Danielsson und Bugge Wesseltoft, wie kongenial sie zeitlose Songs in ihre Klangsprache übersetzen können. Und dieses Konzert wie auch die neue CD, auf der noch weitere Koryphäen mitwirken, ist ein mehr als gelungener Versuch, Jazz und Klassik zusammenzubringen.