Räume öffnen |

Iiro Rantala bei DinJazz

Text: Christoph Giese | Fotos: Bernd Zimmermann

Dinslaken, 15.04.2013 | Diesem Finnen scheinen die Ideen nie auszugehen. Die neueste, die nun am Sonntag im Ledigenheim in Dinslaken ihre viel umjubelte NRW-Premiere feierte, ist ein Trio mit Cello und Geige. Und Iiro Rantala zeigte auch mit seinen für einen Jazzpianisten ungewöhnlichen Partnern seine ganze, schier grenzenlose Musikalität.

Solo mit Iiro Rantala am Konzertflügel startet der Abend. Mit einer Nummer aus seinem preisgekrönten Soloalbum „Lost Heroes“ aus dem vorletzten Jahr. „Thinking Of Misty“ heißt das Stück und ist eine Hommage an den Pianisten Erroll Garner. Eine Nummer, die alles über Iiro Rantala sagt.

Über seine Kunst, mit ganz wenigen Noten eine magische Melodie zu kreieren, die sich sofort im Ohr und im Kopf festsetzt. Und die er dann formidabel auszuschmücken versteht.

Stilgrenzen sind dem Finnen bei allem, was er tut, scheinbar gleichgültig. Das spürt man, wenn seine beiden Partner, die kroatische Cellistin Asja Valcic und der polnische Geiger Adam Baldych, schließlich das „Iiro Rantala String Trio“ auf der Bühne komplettieren.

Einen Auszug aus einer Bachmesse, eine skandinavische Kirchenhymne, Juan Tizols Klassiker „Caravan“ oder eine groove- und soulgetränkte eigene Nummer – diese drei Ausnahmemusiker legen in Dinslaken ihre eigenen Persönlichkeiten über alle Vorlagen und kreieren eine fortwährend packende Musik zwischen diversen Genres.

Klavier, Cello und Geige – diese Kombination öffnet Räume und funktioniert bei Iiro Rantala wunderbar. Sein Plattenboss hatte dieses neu formierte Trio bereits in Hannover gehört und möchte es aufnehmen. Dumm, wenn er es nicht täte.