Qi Gong und Grooves |

Hidden Orchestra & Poppy Ackroyd

Text & Fotos: Bernd Zimmermann

Bochum, 08.04.2013 | Ihr Klavierspiel wirkt wie ein Tanz auf den Tasten. Ihr Ausdruck ist melancholisch. Ihre Musik verträumt, immer an der Grenze aber nie Kitsch. So präsentierte sich Poppy Ackroyd mit ihrem Partner Greg Haines im Vorprogramm des Hidden Orchestra Konzerts in der Christuskirche Bochum.

Wer Philip Glass oder Steve reich mag wird überrascht sein, was die Britin musikalisch zu bieten hat. Zarte Melodien werden mit dem E-Piano oder der elektrischen Violine mit qi qong-artigen Bewegungen in den sakralen Raum geschickt. Eingetaucht in diffuses farbiges Licht. Um sie herum der CUBUS, eine Konstruktion aus Metall und durchsichtigen Kunststoffplanen. Das ganze zurückhaltend unterstützt durch Klangkollagen und feine Grooves. Modernste Kammermusik.

Im zweiten Set das Joe Acheson's group Hidden Orchestra. Zwei Schlagzeuge, Keyboard, Geige, Bass, jede Menge Samples und für die Formation ungewöhnlich, Trompete. Die Musik stemmt sich gegen jede Schublade. Fragmente aus dem Jazz, House, Ambient, ja Klassik schleichen sich ins Ohr. Überraschende aurale Entdeckungen. Groove und schlagzeugbetont. Ein Wagnis in einer Kirche - natürlich wegen der Akustik. Aber es funktioniert. Das Publikum nimmt diese außergewöhnliche Musik an. Ist begeistert.

Mittlerweile hat sich die zum 28. Mal stattgefundene Reihe "urban urtyp" etabliert. Über 200, meist junge Leute, besuchten das Konzert dieser, hierzulande noch nicht so bekannten Formation.