Danny Boy und Harry Potter |

Hannah Köpf Band auf Consol

Text & Fotos: Bernd Zimmermann

Gelsenkirchen, 18.11.2010 | Hannah Köpf zählt zu den außergewöhnlichen Talenten, die uns mit ihrer Musik an einen anderen Ort versetzen können. Gestern war sie mit ihren fünf Begleitern im gut besuchten Consol Theater.

Man könnte es fast einen Hipe nennen, der sich rund um das Konzert der Gelsenkirchener Jazzinitiative GEjazzt abspielte. Zunächst am Mittwoch eine aussergewöhnliche Vorankündigung in der Aktuellen Stunde des WDR Fernsehens und dann kamen auch noch die Studenten der FH Gelsenkirchen und zeichneten das Konzert auf. Örtliche Presse: mal wieder Fehlanzeige.

Mit der Kölner Hanna Köpf Band stellte GEjazzt eine Formation auf die Bühne, die für die seichtere Seite des Jazz steht. "Die Hannah Köpf Band entführt ihre Hörer mit einer zeitlosen Mischung aus Jazz, Pop und klassischen Singer/Songwriter-Elementen in eine mal mondbeschienene, mal herbstlich melancholische, mal heiter sonnige Parallelwelt, deren Geschichten auf unvergleichliche Weise erzählt werden wollen – mit intelligenten, gefühlvollen Texten, die keine Klischees benötigen, um ihre Wirkung zu entfalten, sondern treffsicher die Wahrheiten des Lebens aufzuspüren wissen,"sodasBandinfo.

Doch allzu seicht kamen Hannah Köpf (Gesang), Holger Werner ( Saxofone, Klarinetten & Flöte), Christoph Moschberger (Trompete), Benjamin Schaefer ( Klavier), Jakob Kühnemann ( Bass) und Silvio Morger (Schlagzeug) dann doch nicht rüber. Vor allem die gefühlvollen Klaviersoli von Benjamin Schäfer und die Soli des Trompeters Christoph Moschberger brachten feinsten Jazz zu Gehör. Holger Werner trug gleich mit einer ganzen Batterie von Blasinstrumenten (Saxophon, Bassklarinette, Klarinette und - man höre und staune - Blockflöte) zu dem vielfältigen Klang der Band bei. Der Jugendpreisträger für Blockflöte überraschte im Verlauf des Konzerts mit einem irischen Jig. Über allem aber thronte die wunderbare Stimme von Hannah Köpf, die ohne stimmliche Exzesse die Zuhörer sofort in ihren Bann zog.

Ob allerdings zum Ende des Konzerts das abgenudelte und vor Melancholie triefende Danny Boy nötig war? Manchmal ist weniger mehr. Denn auch ohne Danny Boy hätte das Konzert fast 2 Stunden gedauert. Zwei Stunden mit ansonsten feinstem chilligen Jazz.

Somit hat die Gelsenkirchener Jazzinitiative GEjazzt, allen voran Eva Furmann (Programmgestaltung) wieder mal gezeigt, welche Vielfalt der Jazz bietet. Die Veranstaltungen im Consol sind für diejenigen, die musikalische Überraschungen lieben und offen für immer wieder Neues sind, ein Muss. Wir freuen uns schon auf das Programm im nächsten Jahr. Bereits am 2. Februar erwartet uns mit Christian Finger (Drums) feat. Tim Armacost (USA) Tenor saxophone, Vadim Neselovskyi (Russia/USA/D) Piano und Ingo Senst (D) Double -Bass ein Top-Act. Also jetzt unbedingt schon vormerken.