Voller Einsatz |

Antonio Faraò Quartet in der Jazzschmiede

Text: Bernd Zimmermann | Fotos: Zbyszek Lewandowski

Düsseldorf, 16.10.2012 | Montagabend im Salzmannbau in der Himmelgeister Straße in Düsseldorf. Volles Haus in der Jazzschmiede. Ein Sonderkonzert der Extraklasse steht heute auf dem Programm. Das Antonio Faraò Quartet ehrt Bob Berg.

"Far Out" nennt Antonio Faraò dieses Projekt, mit dem er den außergewöhnlichen Tenorsaxophonisten Bob Berg, der als Sideman mit Dizzy Gillespie, Miles Davis, Chick Corea und Mike Stern spielte und der vor 10 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam. Am Montagabend mit dabei, Rick Margitza der u.a. ebenfalls mit Miles Davis spielte, Gene Jackson, der Schlagzeuger bei Herbie Hancock war und Martin Gjakonovski am Bass.

Ehrfurcht oder Mitleid scheint er nicht zu kennen. Die Tasten des Flügels werden im wahrsten Sinne des Wortes angeschlagen. Hoch energetisch, kraftvoll und temporeich ist sein Spiel, seine Mitmusiker regelrecht vor sich hertreibend. Volldampf. Martin Gjakonovski im Highspeeddauereinsatz. Bei ihm fließt zum Ende des Konzerts sogar das Blut. Im gesamten ersten Set kommen die Vier nicht zur Ruhe, selten verschnauft der sympathische Italiener einmal. Trotz mancher Überlänge bei seinen Soli kommt nie Langeweile auf. Jazz als Schwerarbeit. Voller Einsatz.

Das zweite Set dann eher rythmischer. Der Fuß wippt genüsslich, der Bauch genießt den fließenden, den Intellekt umschmeichelnden Groove. 22:30: Sehnsucht nach dem gemütlichen Sessel mit dem Wunsch nach - Jazz to go. Zum Nachtisch noch dann noch eher etwas Bluesiges. Beeindruckend dieser Abend.