Witzig mit immenser Virtuosität |

Matthias Schriefl Trio auf Consol

Text & Fotos: Bernd Zimmermann

Gelsenkirchen, 19.11.2011 | Matthias Schriefl ist die Ruhe selbst, obwohl er erst kurz zuvor nach einem Konzert mit dem European Jazz Ensemble beim Jazzfestival in Novi Sad in Düsseldorf gelandet war und feststellen musste, dass ein Koffer mit seiner Ausrüstung nicht den Weg ins Flugzeug gefunden hatte.

Die sehr engagierten Techniker des Consol Theaters hatten noch auf die Schnelle versucht Ersatz zu beschaffen, was aber leider nicht mehr funktionierte. Leider - nein, nicht leider. Denn wieder einmal zeigten Jazzmusiker an diesem Abend im gut besuchten Consol Theater, was es heißt, seine Kunst zu beherrschen. Matthias Schriefl (Trompete, Alphorn, Sousaphon, Melodica und Gesang), Alex Morsey (Kontrabass, Sousaphon und Gesang) und Silvio Morger (Schlagzeug, Percussion) bauten kurzerhand ihr Prgramm ein wenig um und dann ging es mit einer kurzen Verspätung los.

Das Trio lieferte ein sehr unterhaltsames, witziges und dennoch mit einer immensen Virtuosität gespicktes Programm ab. Vor allem Matthias Schriefl merkte man die Lust an der Improvisation an. Zwischenzeitlich war er mit seinen Instrumenten derart bepackt, dass man ihn kaum hinter Sousaphon, Trompete und Alphorn ausmachen konnte.

Weit über zwei Stunden ging es um die witzige Interpretation traumatischer Erlebnisse mit einem Schlaflied, philosophischen Fragen zu Gott oder Neidgefühlen gegenüber einem besoffenen Fluggast. Mit der zweiten Zugabe, dem Jazzstandard "Caravan", machten die Drei noch eine Runde durch das Publikum in der Kellerbar des Consol Theaters und entschwand schließlich in dessen Katakomben.