In Bauer's Wohnzimmer |

Karolina Strassmayer "KLARO!"

Text & Fotos: Christoph Giese

Recklinghausen, 21.12.2013 | Von der steirischen Provinz über die Jazzhochschule Graz nach New York – der Weg von Karolina Strassmayer ging immer weiter zum Kern des Jazz. Und dann kam die Möglichkeit, bei der WDR Big Band vorzuspielen. Die Österreicherin tat es und bekam die freie Stelle im Saxofonsatz des renommierten Kölner Jazzorchesters.

Seit 2004 nun spielt sie in der WDR Big Band, sucht sich aber zwischendurch immer die Zeit, um mit ihrem Quartett mit ihrem trommelnden Ehemann Drori Mondlak zu touren. „KLARO!“ ist ein kleines Wortspiel mit ihrem Vornamen und eine Klasse-Band, wie sich jetzt in der ausverkauften Recklinghäuser Altstadtschmiede nachhören ließ.

Gekommen waren so viele Leute sicher auch, weil ein Sohn der Stadt am Vibrafon mitwirkte - Stefan Bauer. Der Wahl-New Yorker und Karolina Strassmayer lernten sich bei einem Projekt mit der WDR Big Band kennen und spielen, wenn es die Terminpläne erlauben, seitdem immer wieder bei „KLARO!“ zusammen.

In dieser Band hört man die Jazzgeschichte wie auch den Blick nach vorne - von Hardbop bis Swing, rasanten Groove-Nummern und wunderschönen Balladen. Bissige, aber dennoch elegante Soli auf dem Altsaxofon von Karolina Strassmayer, das so melodische und klangfarbenreiche Spiel mit vier Klöppeln von Stefan Bauer, die zauberhaften Akzente, die Drori Mondlak vor allem auf den Becken zu setzen vermochte, und das unauffällige, aber den Sound so herrlich zusammenhaltende Bassspiel von John Goldsby, übrigens auch ein festes Mitglied der WDR Big Band, prägten einen kurzweiligen Abend.

Dass die Lichtspots auf der Bühne nur auf Karolina Strassmayer und Drori Mondlak gerichtet waren und die anderen beiden im Dunklen agierten – pure Optik. Hier musizierte ein gleichberechtigter Vierer.

Wer wollte, fand bei diesem Konzert übrigens auch noch Weihnachtsgeschenke zum Mitnehmen. Denn sowohl „KLARO!“ hatten mit „Small Moments“ (Lilypad Music) ihre neue CD mitgebracht als auch Stefan Bauer sein ambitioniertes neues Werk „Geographia“ (Jazzhausmusik), aus dem in der Altstadtschmiede erste vielversprechende Kostproben ertönten.