Schon sehr lässig |

Jazzworkshop im Albert-Schweitzer-Gymnasium Hürth

Text: Günter Reiners | Fotos: Jazzclub Hürth e.V.

Hürth, 30.10.2014 | Im Anschluss an die 22. Hürther Jazznacht fand am 28. Oktober ein ganz besonderer Workshop im Albert-Schweitzer-Gymnasium in der Sudetenstraße statt. Zum zweiten Mal traf sich der aufstrebende Hürther Jazz-Gitarrist Marius Peters mit Schülerinnen und Schülern des Musik-Leistungskurses von Frau Wasen zum gemeinsamen Musizieren. Nachdem sich die Jugendlichen beim ersten Treffen mit der Jazz-Theorie auseinandergesetzt und erste Schritte im Bereich der Improvisation gemacht hatten, konnte sie in der zweiten Stunde darauf aufbauen und in die musikalische Feinarbeit gehen.

Schon sehr lässig

Für die Schüler des Leistungskurses hatte sich Marius Peters ein Stück aus dem Bereich des Cool Jazz ausgesucht. Und das konnte sich hören lassen, denn die Interpretation des Miles-Davis-Klassikers «So what» klang am Ende der mehrstündigen Probe schon sehr lässig. Am Piano, am Schlagzeug, am Vibraphon, am Bass, an der Klarinette und als Vokalisten musizierten die Jugendlichen zusammen mit ihrer Lehrerin und Peters, der 2009 selbst sein Abitur am Albert-Schweitzer-Gymnasium gemacht hatte.

„Ich finde es großartig, dass der Jazzclub Hürth seine Jazznacht mit einem Bildungsangebot für die Schüler der Stadt verbindet“, sagte Marius Peters in der Pause. „Jazz ist zwar Teil des Lehrplans, kommt aber meist in der Praxis viel zu kurz. Wenn es für Schüler möglich ist, auf Berufsmusiker zu treffen und mit ihnen nicht nur die Theorie durchzugehen, sondern diese auch gemeinsam umzusetzen, ist das eine großartige Sache. Das geht natürlich nur, weil auch die Schule mitspielt und die Schüler freistellt, sodass wir an einem Tag wie heute drei Stunden intensiv zusammen arbeiten können.“

Kleinkunstabend zum 40-jährigen Bestehen

Der Gitarrist, der auch einen prominenten Platz im Programm der Hürther Jazznacht hatte, war auf Anfrage des Jazzclubs sofort begeistert von der Idee, als Profimusiker in seine ehemalige Schule zurückzukehren und ein Stück zu erarbeiten, das im Rahmen des Kulturprogramms zum 40-jährigen Bestehen des Gymnasiums am 4. November aufgeführt werden soll. Unter dem Motto «Kulturhäppchen» werden dann in der Schul-Aula nicht nur Schüler und Lehrkräfte einen Kleinkunstabend gestalten, sondern auch kreative Köpfe, die hier als Jugendliche die Schulbank drückten. Dazu gehören Persönlichkeiten wie der Krimi-Autor Carsten Sebastian Henn, der Pianist Christoph Schnackertz und natürlich Marius Peters, der mit dem Leistungskurs Musik dafür sorgen wird, dass der Jazz im Programm nicht zu kurz kommt: „Ich finde es wirklich lobenswert, dass meine ehemalige Schule in Kooperation mit dem Ernst-Mach-Gymnasium inzwischen einen Musik-Leistungskurs anbietet“, freute sich Peters. „Nur deswegen ist es möglich, einen solchen Workshop umzusetzen, der auch mir als Musiker viel bringt. Denn hier lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur von mir. Auch ich sammle Erfahrungen in Bezug auf die Möglichkeiten, wie man Jazz vermitteln und auf Altersgruppen zugehen kann, die normalerweise nicht unbedingt in Jazzkonzerte gehen. Für diese Gelegenheit bin ich dem Jazzclub und seinem Vorsitzenden Günter Reiners sehr dankbar.“