Festivals in NRW

Bunt, bunter, Hürther Jazznacht |

Hürther Jazzclub e.V. rockt das Bürgerhaus

Text & Fotos: Bernd Zimmermann

Hürth, 29.10.2014 | Der Vorverkauf war nicht so berauschend, aber dann fanden doch 1200 Freunde des Jazz am Samstagabend den Weg ins Bürgerhaus . Und so wurde es eine quirlige 22. Hürther Jazznacht, in der sich in nur 6 Stunden auf 5 Bühnen mit 14 Bands die ganze Vielfalt des Jazz entfaltete.

Jeder Quadratzentimeter des Bürgerhauses wurden an diesem Abend genutzt. Selbst die Tiefgarage verwandelte sich in einen ungewöhnlichen Spielort. Da, wo sonst die Fahrzeuge der Mitarbeiter des Bürgerhauses abgestellt werden, swingten, bluesten, soulten und rockten in schneller Abfolge die Bands. ,

Größer konnte der Kontrast also nicht sein, als die "Lines for Ladies" mit Anna Czichowsky und Sabine Kühlich gemeinsam mit Laia Genc, Kristin Korb und der 86-jährigen Sängerin Sheila Jordan bunt und mit viel Spielfreude swingende Eigen-Kompositionen und Jazzstandards an die grau-kahlen Betonwände der Tiefgarage malten. Größer der Kontrast danach wiederum nicht sein, wenn direkt darauf die Santana-Cover-Band und danach die Band um den quirligen Raphael Wressnig (B3) mit Dietmar Hagen Horn, Eike Drück und Martell Beigang druckvoll die Tiefgarage rockten.

Auf den ersten Blick wirkte der Programmablauf zunächst etwas chaotisch, ebenso die scheinbar übertriebene Menge an Bühnen, Acts und unterschiedlichen Stilrichtungen. Es schien als wollten die Veranstalter mit Macht alles in eine Nacht packen. Aber so etwas hat der ausrichtende Jazzclub Hürth e.V. nicht nötig. Mit mehr als 20 Konzerten pro Jahr im vereinseigenen Jazzkeller, ist Jazz in Hürth das ganze Jahr über vorrätig. Bei genauerer Beschäftigung wurde deutlich, dass da wohl auch eine Absicht dahintersteckt. Demonstration der Vielfalt und viel Unterhaltung. Für jeden war es etwas dabei. Ob im vollgestopfen Seminarraum mit Jazzkellerfeeling der 50er und 60iger Jahre Adam Rafferty oder Marius Peters & Sebastian Klaßmann virtuosen Gitarrenjazz zelebrierten oder im Rathausfoyer das Amaka Quintett mit Ralph Herrnkind und Terrence Ngassa sich mit dem Thomas Stelzer Trio ablösten oder sich Joscho Stephan und Thorsten Goods die große Bühne des Bürgersaals mit dem diesjähriger TopAct Iiro Rantala und seinem PowerTrio (Dieter Ilg und Morten Lund) teilten. Jede Formation spielte an diesem Abend zweimal. Und so konnte man sich entspannt auf das Eine einlassen ohne das Andere zu verpassen. Ein mutiges aber ohne Frage fiffiges Format.