Sprachidiome faszinieren |

Simin Tander im Stadtgarten Köln

Text & Fotos: Stefan Pieper

Köln, 14.03.2014 | Das neue Album der in Köln lebenden Sängerin Simin Tander „Where water travels home“ findet eine riesige Resonanz. Am Ende ihres Release-Konzertes im Stadtgarten war die Schlange lang, um sich die neue CD von der Künstlerin signieren zu lassen. Davor hatten sie und ihre Band, das „Simin Tander 4tet“ alles gegeben. Live erscheint die von subtiler Mystik und tiefer Empfindsamkeit gesättigte Musik dieser Sängerin und ihrer niederländischen Band in einem noch anderen Licht auf der CD: alles wirkt noch extrovertierter, um den Moment zu feiern.

Jeroen van Vliet, Piano, Cord Heineking, Kontrabass, und Etienne Nillesen, Schlagzeug spielen sich auch gern mal intensiv in Rage dabei. Wer hier wen mitreißt, bleibt diskutierbar. Mit kontrollierten Bewegungen tanzt Simin Tander und stellte eine innige spürbare Verbindung zu ihrem Publikum her. Ihre so nuancenreich und sinnlich eingesetzte Stimme treibt die verschlungenen Song-Arrangements voran. Die Band umspielt Simins weitgespannte, atmende Gesangslinien mit der größtmöglichen Geschmeidigkeit. Nicht zuletzt der Schlagzeuger leistet großes, wie er intuitiv die Gesangslinien durch äußerst raffinierte Impulse nachzeichnet.

Stark vom Klang unterschiedlicher Sprachidiome fasziniert, singt Simin Tander auf Englisch, Französisch, Spanisch - oder gerne auch in einer nur aus Lauten bestehenden Fantasiesprache. Dies sei eine Mischung aus französisch und kölsch lässt sie durchblicken. Vor allem interpretiert sie einige Songs in der afghanischen Sprache Pashtu. Das lässt – nicht zuletzt dank ihren spannenden Erläuterungen - auch in die Metaphern der orientalischen Lyrik eintauchen, bei denen einmal mehr die „Verrücktheiten der Liebe“ im Zentrum stehen. So viel ist klar: Hier berühren Künstler mit ganz viel Unverbrauchtem – und das erfährt im Moment genau die Beachtung, die so etwas verdient!

CD:

Simin Tander: Where Water Travels Home

Jazzhaus Records 2014