cool is hipp is cool |

Ilona Haberkamp Quartet in der Lutherkirche

Text & Fotos: Bernd Zimmermann

Duisburg, 01.09.2014 | Jutta Hipp war "Europe's first lady of Jazz" und die erste weiße Europäerin auf dem Blue Note Label. Sie konzertierte mit allen Größen des Jazz der 50er Jahre und geriet trotzdem beinahe in Vergessenheit. Sie zog sich von der Bühne zurück und fristete ihr Leben als Näherin in einer Kleiderfabrik in New York.

Entdeckt wurde Jutta Hipp von dem einflussreichen Jazzkritiker Leonard Feather in einem Jazzclub in Duisburg, der "The German Jazz Frollein" bald nach New York einlud. Aber Jutta Hipp war nicht nur eine, zu dieser Zeit, außergewöhnliche Jazzpianisten in einer Männerdomäne, sie war auch Malerin, Designerin und schrieb Gedichte. Vor allem über ihre Kolleginnen und Kollegen, die sie bewunderte. Im nächsten Jahr wäre Jutta Hipp, die im Alter von 78 Jahren in New York starb, 90 Jahre alt geworden.

Ilona Haberkamp ist es in weiten Teilen zu verdanken, dass diese außergewöhnliche Frau wieder in den Focus der deutschen Jazzöffentlichkeit zurückkehrte. Ihr Projekt "cool is hipp is cool - A Tribute To Jutta Hipp" brachte die Musik und das Leben der ersten deutschen Jazzpianistin am Freitagabend zurück nach Duisburg, wo vor über 60 Jahren die Weichen für ihren Weg in die USA gestellt wurden.

Gemeinsam mit Ack van Rooyen, Silvia Droste stellte Ilona Haberkamp mit ihrem Quartet (Laia Genc (Piano), Paul G. Ulrich (Bass) und Thomas Alkier (Drums) bei der intermezzo Jazzreihe in der Lutherkirche Duisburg-Duissern Leben und Werk der Jutta Hipp vor.

Dabei ging es nicht ausschließlich um die Musik (Jutta Hipp war nicht die fleißige und überragende Komponistin, sondern auch ihre Gedichte, die sie über ihre Sicht und ihre Verhältnisse und Gefühle zu ihren Künstlerkollegen schrieb.

Diese wurden nach Kompositionen von Ilona Haberkamp und Laia Genc zum Teil vertont und rezitativ sowie gesanglich von Silivia Droste vorgetragen. Vertreter der alten Schule an diesem Abend, Ack van Rooyen, der Jutta Hipp noch persönlich als aktive Musikerin kannte. Das traumwandlerische Spiel des mittlerweile 84ig-jährigen mit dem Flügelhorn hat das gewisse Etwas, dass die Musik dieses Projekts den Stempel aufdrückte.

Die Jutta Hipp-Story, nacherzählt von Dietrich Schlegel findest Du auf der Website der JazzZeitung hier...

Sehr empfehlenswert die CD "cool is hipp is cool - A Tribute To Jutta Hipp", die u.a. Orginaltöne von Jutta Hipp enthält. (Laika Records 3510295.2 / Jazz)

Die kommenden Konzerte beim Jazz-Intermezzo:

26.09. | Olivia Trummer Trio
14.11. | Frank Sichmann Trio