"Warme" Rhythmen an einem kalten Winterabend | WDR Bigband

Essen, 9.2.2012 │ „Warme“ Rhythmen an einem kalten Winterabend – diese Option fanden viele spannend. Und so präsentierte sich das Salzlager der Zeche Zollverein, in dem es trotz seiner Größe erstaunlich kuschelig temperiert war, bestens gefüllt bei „A Night in Havana“ mit der WDR Big Band. Zumal die Kölner Großformation sowieso ein Garant für Qualität und Flexibilität ist.

Das demonstrierten sie einmal mehr an diesem Abend  mit afrokubanischen Klängen. Mit Musik vom Pianisten und Komponisten Hilario Durán, der in Essen erstmals seine Stücke in Deutschland mit einer Bigband aufführen durfte.

Hilario Durán hat früher Sessions mit seinem berühmten Landsmann Paquito D´Rivera gespielt, später dann von Chucho Valdés, noch so eine Ikone der kubanischen Jazz, den Klavierpart im Orquestra Cubana de Música übernommen.

Längst hat sich der inzwischen in Kanada lebende Kubaner als genialer Verschmelzer von Jazz mit afrokubanischen Musiktraditionen einen Namen gemacht.

Ob Mambo, Cha-Cha-Cha, eine Habanera oder ein Danzón – Hilario Durán und seine kubanischen Gäste, darunter die Sängerin Maria de los Angeles Fernández Castaneda und der Flötist Justo Gabriel Pérez, kreierten zusammen mit der WDR Big Band wuchtige, rhythmisch hoch spannende Klangbilder.
Drummer Horacio „El Negro“ Hernandez, auch er aus Kuba, legte zusammen mit dem Bassisten der Bigband, John Goldsby, die rhythmisch so variablen, oft komplexen Grundgerüste für die messerscharfen Bläsersätze und die solistischen Einlagen der Bigband-Musiker.

In „Havana City“ reflektierte Hilario Durán aber auch mal mit einem Schuss Melancholie seine Heimat, während etwa der „Tango Moruno“ mit seiner Mischung aus afrokubanischen Elementen und Flamenco eine angenehm feurige Atmosphäre schuf.

Text & Fotos: cg