Kraftvolle Einheit | Das Cécile Verny Quartett auf Consol

Gelsenkirchen, 4.12.2011 | Kleine Geschichten aus dem eigenen Leben erzählt sie ganz charmant. Etwa die ihrer beiden Kinder im inzwischen schon Teenageralter, die sie auf ihren Touren sehr vermisst. Was bei den Kids aber nicht ganz so zu sein scheint. Trotzdem hat Cécile Verny mit dem „Song For The Loved Ones“ dem eigenen Nachwuchs eine wunderschöne Ballade gewidmet.

Auch „Holy Thursday“ ist ein zartes musikalisches Pflänzchen. Einen Text des von der Band sehr geschätzten englischen Dichters William Blake hat Pianist Andreas Erchinger vertont.  Und Cécile Verny weiß die Textzeilen mit ihrer so kraftvollen und voluminösen Stimme hübsch zu kolorieren.
Klar, der Gesang der in Frankreich aufgewachsenen und längst in der Nähe von Freiburg sesshaft gewordenen Sängerin von der Elfenbeinküste steht bei diesem Konzert im Mittelpunkt. Das Quartett trägt ihren Namen, präsentiert sich im prächtig gefüllten Saal des Consol Theaters bei diesem Kooperationskonzert der Jazzinitiative „GEjazzt“ mit „ruhrjazz.net“ aber als echte Einheit.

Denn Andreas Erchinger mit seinen geschmackvollen Akkorden auf Flügel und Keyboard, Bernd Heitzler mit seinen geschmeidig groovenden Linien auf Kontra- und E-Bass und Lars Binder mit seinen vielseitigen, auch mal afrikanisch inspirierten Rhythmen machen ebenso den Sound des Quartetts aus.
Auf Englisch und Französisch singt Cécile Verny in Gelsenkirchen – auch mal nachdenkliche Texte. Über den Wahnsinn in der Welt oder leicht(sinnig)en Geldverlust. Verpackt sind diese Worte aber in knackige Arrangements und starke Musik.

Ein Hauch von Melancholie weht nur kurzzeitig durchs Consol Theater. Ansonsten präsentiert sich das Cécile Verny Quartet als kraftvolle Einheit, die zwischen Jazz, Blues und Afrika weniger weltmusikalisch orientiert als noch vor ein paar Jahren musiziert, aber nicht weniger spannend.

Text & Fotos: cg