Mit einem Augenzwinkern | Götz Alsmann in Recklinghausen

Recklinghausen, 17.12.2011 | Babyblau sind die neuen Sakkos. Stolz präsentieren die Musiker sie dem Saal – und das Eis ist gleich gebrochen im ausverkauften Ruhrfestspielhaus. Götz Alsmann weiß eben ein Publikum ruckzuck um den Finger zu wickeln. Mit der Musik seines neuen Programms gelingt dem Münsteraner das sowieso.

Denn „In Paris“, so heißt auch die im Oktober erschienene neue CD, beleuchtet die Welt des Chanson. Und die Meisterwerke des französischen Liedguts passen bestens zum Jazzschlager, den Götz Alsmann so perfekt darzubieten versteht.

Lässig swingt die Musik der vierköpfigen Band, mit der Alsmann schon viele Jahre zusammenarbeitet, wenn der Götzi ganz entspannt über die eigene Ehefrau sinniert, die nicht mehr viel für sich tut. „Du lässt dich gehen“ hat nicht einmal Charles Aznavour mit mehr Charme gesungen.

Titel wie Serge Gainsbourgs eingedeutschtes „Der Wolf tanzt Cha-Cha-Cha“ sind dagegen prädestiniert für ausgelassene Spielfreude. Da spielt Götz Alsmann das Klavier auch schon mal hüftschwingend im Stehen und mit einem Augenzwinkern. Aber auch die melancholischen Klänge ganz ohne jegliche Ironie bringt er stark – wie etwa in Eddie Constantines sentimentalem Stück „Der Vagabund und das Kind“.
Zwischen den Nummern wird Götz Alsmann zum Dampfplauderer, wie man ihn auch aus „Zimmer frei!“ im WDR Fernsehen kennt. Dann erinnert er sich an seine eigene Jugend im Münsterland und die ganzen Gangster-Filme mit Eddie Constantine, die er so gerne sah, auch weil der katholische Filmdienst immer von ihnen abriet. Oder von seinem TV-Erlebnis mit Gilbert Becaud in Kulenkampffs Show „Einer wird gewinnen“ in den späten 60ern.

Und natürlich schwärmt der Götz gleich mehrfach von den Aufnahmen seiner neuen Platte im legendären Pariser Studio Ferber, wo sie alle schon aufgenommen haben, die von ihm so verehrten Chansonniers Montand, Becaud, Salvador oder Trenet.

Ihnen und  weiteren großen Chanson-Stimmen erweist das Multitalent aus Münster im Ruhrfestspielhaus über zwei Stunden die Ehre. Mit spürbarer Liebe zu dieser Musik, mit Klasse, mit Witz und natürlich immer wieder mit humorvoller Unterhaltung gewürzt.

Text & Foto (Archiv): cg                   

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