Klangvokal 2011 | Jazz, Funk, Gnawa-Musik | Yemen Blues

Dortmund, 17.6.2011 | Man durfte gespannt sein! Denn „Yemen Blues“ wird als „die“ Weltmusik-Entdeckung des letzten Jahres gefeiert. Entsprechend auch die Ankündigung des Konzertes im Rahmen der Reihe „Klangvokal“ im sehr gut besuchten „domicil“.

Aber soviel vorweg: eine musikalische Sensation ist die 2010 gegründete Band nicht, auch wenn „Yemen Blues“ es schon verstehen, verschiedene Musikstile geschickt zu mischen und ein Publikum langsam, aber sicher um den Finger zu wickeln.

Das liegt in erster Line am charismatischen Frontmann und Sänger Ravid Kahalani, ein jemenetischer Jude, der eine echte Rampensau sein kann. Im „domicil“ schüttelt er seinen Körper, tänzelt zwischendurch rasend schnell zu den Rhythmen der Band.

Aber es ist vor allem seine Stimme, die in den Bann zieht. In mehreren Stimmlagen singt Kahalani in jementisch-arabischer Sprache, voller Inbrunst, voller Ausstrahlung – und lässt sich durch die Musik seiner acht Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne immer wieder anheizen.

Aus Israel und New York kommen die Musiker um den in New York lebenden, israelischen  Oudspieler und Bassisten Omer Avital. Interessant die Besetzung von „Yemen Blues“. Oud, Cello und Geige auf der eine, Posaune, Trompete und Querflöte auf der anderen Seite. In der Mitte dazu das doppelt besetzte Schlagwerk mit Cajón und allerlei Perkussion.

Blues, Jazz, Funk, Gnawa-Musik, Nahost-Perkussion und mehr – daraus bauen sich „Yemen Blues“ ihre oft langen, häufig auf nur einem Groove oder Thema basierenden Songs. Und reißen damit das Publikum mit, bringen es zum Tanzen, verströmen einfach gute Laune im Saal.

Sensationell ist das zwar nicht, aber doch sehr gut! Weil die Musiker exzellent sind, weil die Band Stimmungen kreieren kann und nicht zuletzt weil Ravid Kahalani ein strahlender Fixpunkt auf einer Konzertbühne ist.

Text & Fotos: cg