Beinahe Schneechaos im Consol Theater | Christian Finger Band

Gelsenkirchen, 4.2.2011 | Im Vorfeld gab es viel Aufregung, denn der Blizzard in den USA drohte am Mittwochabend seine Finger auch bis ins Consol Theater nach Gelsenkirchen auszustrecken. Aber am Ende wurde (fast) alles gut.

Bereits ein Tag zuvor teilte Christian Finger dem Veranstalter, der Gelsenkirchener JazzInitiative mit, dass
Tim Armacost (Sax) und Vadim Neselovskyi (Klavier) wegen der schlechten Wetterverhältnisse in den USA festsäßen. Am Mittwochmorgen gab es dann Teilentwarnung: Vadim Neselovskyi, aus Boston kommend, hatte es doch noch geschafft und war im Anflug auf Gelsenkirchen-Bismarck. Tim Armacost schafft es leider nicht mehr und so entschloss sich Christian Finger ohne einen Saxophonisten zu spielen. Komplettiert wurde die Formation durch Ingo Senst, einem der vielseitigsten und meistbeschäftigsten Kontrabassisten Deutschlands, aus Dortmund.

Doch schon in den ersten Minuten des Konzerts war zu spüren, dass dieses Trio trotz des fehlenden Saxofonisten von hervorragender Qualität war. Die gerade von der Christian Finger Band zum Christian Finger Trio mutierte Formation spielte an diesem Abend fast ausschließlich Kompositionen von Christian Finger, mit Ausnahme von "Someday my prince will come", ein Stück von Frank Churchill, dass von den Dreien als Zugabe wundervoll interpretiert wurde.

Besonders herausragend, Vadim Neselovskyi, der bereits mit vielen internationalen Auszeichnungen dekoriert und als Professor an dem renommierten Berklee Institut in Boston tätig ist, machte dem ihm vorausgeeilten Ruf alle Ehre. Seinem Spiel ist zwar die ursprüngliche klassische Ausbildung anzumerken, aber seine Jazzausrichtung hat davon nur profitiert. Im Mai/Juni ist Vadim wieder mit eigener Band auch im ruhrjazz.net-Sektor unterwegs.

Die rund (leider nur) 50 Zuhörer in der Kellerbar des Consol Theaters waren waren begeistert.


Text: Eva Furmann, bz | Fotos: Peter Pfeiffer