Partystimmung in Dortmund | Salif Keita im Konzerthaus

Dortmund, 11.11.2010 | Genau eine Nummer dauert es, da steht mehr als der halbe Saal. Salif Keita und seine Band halten sich im Konzerthaus nicht groß damit auf, sich warm zu spielen. Beim zweiten Stück schon pulsiert der Groove, der Afrobeat. Das Publikum, darunter etliche Afrikaner, tanzt gleich mit.

Und am Ende von gut zwei Stunden pausenloser Musik ist der Anteil der ruhigen, intimen Nummern deutlich in der Unterzahl. Salif Keita verbreitet Partystimmung in Dortmund und schafft es, diese auch durchweg mit seinen drei Perkussionisten, zwei Gitarristen, einem Bassisten, einem N´Goni-Spieler und zwei Backgroundstimmen zu erzeugen.

Salif Keitas Leben in Mali begann dagegen alles andere als wie eine Party. Als Albino, als Weißhäutiger mit schwarzem Blut, hat man es in Afrika schwer, werden Albinos doch als Zeichen drohenden Unglücks gesehen. In einigen Ländern sind regelrechte Hetzjagden mit Tötungen von Albinos an der Tagesordnung. Selbst seine eigene Familie verstieß ihn. So verließ Salif Keita sie, um schließlich einer der bedeutendsten Sänger Afrikas zu werden.

Die große Show liegt ihm beim Singen nicht. Eher stoisch ruhig, oft mit geschlossenen Augen steht Salif Keita am Mikrofon, während die Musik brodelt, die Jungs hinter ihm wie auch die beiden Chorsängerinnen tänzeln, einer der Trommler irgendwann vorne an den Bühnenrand kommt, um die dort Tanzenden regelrecht anzutrommeln.

Salif Keita singt lieber ganz entspannt in der Bambara-Sprache seiner Heimat. Singt Stücke seines aktuellen Albums "La différence", des Vorgängers "M´Bemba" und älterer Scheiben. Aber eigentlich ganz egal, denn alles besticht durch vielschichtige Rhythmen, durch den Mix aus Tradition und Moderne, durch packende Energie. Dann ist irgendwann Schluss. Das Publikum klatscht lautstark und Salif Keita kommt zurück und zeigt a-cappella, dass er eigentlich keine große Band im Rücken benötigt. Seine so eindringliche Stimme trägt alleine.

Am Ende dürfen die Fans sogar rauf auf die Bühne. Salif Keita steht da und lächelt und lässt sich bereitwillig fürs heimische Fotoalbum mit den begeisterten Zuhörern ablichten. Eine sympathische Szene zum Ausklang eines stimmungsvollen Abends.

Text & Fotos: cg

Weiterer Termin: heute Abend im Rahmen der "Voices of Africa" bei den Leverkusener Jazztagen!


CD-Tipp: Salif Keita "La Différence"" (Emarcy/Universal)