Century of Song: "Love´s Deep Ocean"

Bochum 3.10.2010 | Seine Eltern waren arme Leute. Doch sie bemerkten seine Begabung. Und so tötete sein Vater eine Ziege und baute ihm die erste Rahmentrommel. Inzwischen halten ihn einige für den besten Sänger der Welt. Alim Qasimov beendete am Sonntagabend mit seinem Ensemble die diesjährige "Century of Song"-Reihe der RuhrTriennale.

Und er tat das mit einem eindringlichen Konzert. Qasimovs Musik basiert auf dem Mugam, der traditionellen Musik seiner Heimat Aserbaidschan, deren Ursprünge bis ins Mittelalter reichen und in der persischen und arabischen Musik liegen. Zusammen mit seiner Tochter Ferghana und vier Instrumentalisten, die unter anderem auf der Langhalslaute Tar und der viersaitigen Spießgeige Kemanché für die beseelt und entrückt wirkende Musik sorgten, tauchte Alim Qasimov in seinen für westliche Ohren eher unbekannten Musikkosmos ein.

Gesänge und musikalische Zwischenspiele, jubelnde, gestenreiche Ausbrüche und eher stille meditative Momente standen im ständigen Wechsel. Und auch wenn man die Liebesklagen, die Gedichte in der mittelalterliche Variante der aserbaidschanischen Sprache Aseri nicht verstehen konnte - den Zauber der beiden Stimmen von Vater und Tochter war zu spüren. Ein magischer Abend in der Jahrhunderthalle.

Text & Fotos: cg