Mother's Finest: 40 Years Jubilee Tour im Strobels

Dortmund, 15.7.2010 | Seit 40 Jahren gibt es Mother's Finest. Am Donnerstag waren sie zum 2. Mal im Strobels in Dortmund. Nach dem grandiosen Konzert im letzten Jahr war es die Gruppe selbst, die sich den Auftritt im Strobels zum Geburtstag gewünscht hatte. Und natürlich kamen die Mannen um Walter Stephan diesem Wunsch gerne nach.

Mother's Finest hat eine ganz spezielle Beziehung zum Ruhrgebiet. Wer erinnert sich nicht an den legendären Auftritt bei der zweiten ARD-Rockpalast-Nacht im Jahre 1978 in der Essener Grugahalle, der die Gruppe in kürzester Zeit zur angesagtesten Funk-Rock-Band in Europa machte. Und obwohl Joyce "Baby Jean" Kennedy, die unverwechselbare Stimme der Band, Glen "Doc" Murdock (Voc), Jerry "Wyzard" Seah (Bass), Gary "Moses Mo" Moore (E-Gitarre) allesamt aus der Anfangsformation (1970) stammen und Dion Derek (Drums) und John Hayes (E-Gitarre) immerhin auch schon seit 20 Jahren dabei sind, vibriert ihr Funk noch wie am ersten Tag.

Ob ihre Hits wie "Fire", "Mickey's Monkey" und "Give you all the love" oder das legendäre "Baby Love", alles war präzise aufeinander abgestimmt und die Stimmen klingen nach wie vor grandios. Dabei versprühen die sechs auf der Bühne eine wunderbare Lebendigkeit und Spielfreude und dem, der vorne an der Bühne stand, konnte es leicht passieren, dass er bei einem Solo plötzlich die E-Gitarre von Moses Mo oder die Mikros von Baby Jean oder Doc im Gesicht hatte. Und das, wie immer wunderbare, Publikum ließ sich davon anstecken und verwandelte das Strobels in eine Dance Hall.

Natürlich kamen die 6 nicht ohne Zugabe von der Bühne. Und damit kam dann auch noch die Zeit für Wyzard, der zum Schluß zusammen mit Dion Derek ein fulminantes Bass-Solo hinlegte.

Aber bei aller Begeisterung, ein bischen Kritik muss sein. Liebe Strobels, bitte macht die Bühne mindestens 20 cm höher und lasst Euch was mit dem blöden Sonnenschirm über der Theke einfallen. "Baby Jean" ist keine 1,60 groß und war für die meisten Zuschauer genauso wenig zu sehen, wie Dion Derek am Schlagzeug. Außerdem hat der Veranstalter auch kein so ganz glückliches Händchen bei der Ankündigung des Konzertbeginns. Angekündigt war 19:00 Uhr, das Konzert begann aber erst um 20:45 Uhr. Dem Publikum machte es nichts, aber sicherlich hätten bei einer realistischen Angabe noch mehr Leute den Weg ins Strobels gefunden. Text & Fotos: bz

Übrigens | Nächster Termin: CANNED HEAT | 27.7.