25. "Jazz an einem Sommerabend" des Jazzklub Krefeld

Druckvoll, spritzig und energiegeladen

Krefeld, 19.6.2010 | Zum dritten Mal in der 25-jährigen Geschichte des Festivals „Jazz an einem Sommerabend" musste der Jazzklub Krefeld am Samstag wegen der extrem niedrigen Temperaturen seine traditionsreiche Veranstaltung von der Burg Linn in das Forum Corneliusfeld in St. Tönis verlegen. Der Stimmung der über 600 Zuschauer tat dies allerdings keinen Abbruch. Alle drei Acts wurden begeistert gefeiert.

Den Auftakt machte "The Dorf", die Bigband aus dem Ruhrgebiet. Bandleader Jan Klare, diesmal in einem schicken karrierten Anzug, rockte mit seinem 20-köpfigen Ensemble das Forum. Wie gewohnt druckvoll, spritzig mit einem Schuss Selbstironie spielten sie ihren mitreißenden Bigband-Sound. So war es nicht verwunderlich, dass das Publikum schon nach dem ersten Set des Abends begeistert war.

Es folgte OZMA aus Frankreich mit Adrian Dennefeld (Gitarre), David Florsch (Saxophon), Guillaume Nuss (Posaune), Edouard Séro-Guillaume (Bass) und Stéphane Scharlé (Schlagzeug). Sie zelebrierten ebenfalls einen modernen, lebendigen Jazz mit Anleihen an den Folkrock der früheren 80iger Jahre, wie z.B. von der französichen Formation Gwendal. Besonders herausragend war hier Guillaume Nuss. Er spielte seine Posaune nicht nur exzellent, sondern machte die Musik mit seinem körperbetonten Spiel auch sichtbar.

Den Abschluss des äußerst energiegeladenen Abends bildete Chris Potter UNDERGROUND mit Chris Potter (Saxophone), Adam Rogers (Gitarre), Scott Colley, angjährige Bassist des Herbie Hancock Quartets und Nate Smith (Schlagzeug).

Es war äußerst beeindruckend was der Jazzklub Krefeld da wieder mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern um Günter "Fongi" Holthoff auf die Beine gestellt hat. Schade nur, dass das Wetter nicht mitgespielt hat. Text & Fotos: bz