Spaßmusik: Incognito im Strobels

Dortmund, 4.6.2010 |Auftritte von Incognito in Dortmund bedeuteten in der Vergangenheit jede Menge Hitze. 1995 in der „Live Station“ lief dem Autoren dieser Zeilen der Schweiß nur so die Beine herunter – so warm war es in dem Club am Hauptbahnhof. Und auch vor ziemlich genau zwei Jahren im „domicil“ war der Auftritt der britischen Jazz-Soul-Funk-Band eine schweißtreibende Angelegenheit.

  Dieses Mal ist alles anders. Denn beim Open Air-Auftritt im Strobels ist die Dortmunder Abendluft wohltuend kühl. Aber Incognito sind noch immer eine heiße Band, auch wenn sie  inzwischen  ihren 30. Geburtstag gefeiert haben.

  Doch die Spielfreude ist bei allen Wechseln von Musikern, die sich im Laufe der Jahrzehnte bei den Briten ablösten, geblieben. Mastermind Jean-Paul Maunick, den selbst seine eigene Tochter nur „Bluey“ nennt, hat immer ein Händchen für exquisite Musiker in seiner Multi-Kulti-Truppe gehabt.

  Die Rhythmusgruppe mit dem laut Bluey „funkigsten Juden auf Erden“ am Keyboard groovt unaufhörlich, die drei Bläser liefern messerscharfe, pointierte Sätze und heiße Soli. Und die Stimmen waren schon immer ein Pfund bei den Briten. Tony Momrelle und besonders Joy Rose und Vanessa Haynes, alle aus der Karibik, sind explosive Soulröhren, die für viel Stimmung unter den 600 ausgelassenen Fans sorgen.

  Natürlich mit den vielen Hits der Band. „Talkin´ Loud“, aus eigener Feder,  Ronnie Laws` „Always There“ oder das wunderbare Stevie Wonder-Cover „Don´t You Worry ´Bout a Thing“, im Strobels von einem beherzten Saxofonsolo hoch gepusht, verfehlen ihre Wirkung nicht.

  Das Publikum tanzt und ist bester Laune. Das Incognito-Rezept verführt eben noch immer mit seinen geschmeidig groovenden Ohrwurm-Melodien.

  Nach zwei Stunden ist dann Schluss. Die Musiker verabschieden sich, während vom Band „One Love“ von Bob Marley läuft. Ein Song mit  Botschaft. Wichtig für Bluey, der kurz zuvor dem Publikum noch voller ehrlicher Überzeugung von der Gleichheit aller Menschen predigte. Text & Fotos: cg


CD-Tipp:

Incognito „Live in London: The 30th Anniversary Concert (in-akustik) (Doppel-CD; auch als DVD erhältlich)