Klaus Doldinger + Max Mutzke zu Gast auf Schloß Broich

Mülheim a.d.R., 28.05.2010 | Das 19. Jazzfestival an der Ruhr im wunderbaren Ambiente des Schloß Broich zu Mülheim a.d.R. wurde von Klaus Doldinger's Passport und Max Mutzke eröffnet. Wer glaubt, Max Mutzke sitzt nur auf seinem Barhocker und Klaus Doldinger gehört eher in die Hall of Fame des Jazz als auf die Bühne, hat sich getäuscht.

Aber der Reihe nach. Zu Beginn des Konzerts spielten Klaus Doldinger's Passport. Dabei führte Klaus Doldinger in seiner gewohnt kurzweiligen Art durch das Programm. Stücke wie z.B. "Soul town" aus dem Jahr 1969, der plötzlich und unerwartet auf dem 2007er Soundtrack zum Hollywood-Film „Ocean’s Thirteen“ zu hören war, die Remix-Version von "Yellow Dream", 2001 von De Phazz eingespielt oder "Djemaa El-Fna" und "Riyad El Cadi" von der 2006er CD "To Morocco" wusste Doldinger äußerst unterhaltsam anzukündigen. Bei "Yellow Dream" war dann auch die Stimme von Pat Appleton aus dem Off zu hören, die im letzten Jahr mit dem Bahama Soul Club den Schloßhof in Schwingungen versetzte.

Nach gut einer Stunde betrat dann Max Mutzke die Bühne und damit begann ein Treffen der besonderen Art. Der 29jährige Mutzke, der von sich behauptet erst seit 6 Jahren Musik zu machen und Klaus Doldinger, der seit über 55 Jahren auf der Bühne steht, trafen aufeinander. Dabei fungierten Passport inclusive Klaus Doldinger zur Überraschung des Publikums aber eher als Begleitband.

Ein höchst ungewöhnliches Zusammentreffen zweier Generationen. So war es auch nicht verwunderlich, dass Mutzke, der schon im Alter von 6 Jahren durch seinen Vater mit der Musik von Passport beschallt wurde, seine Bewunderung und Ehrfurcht zum Ausdruck brachte und Doldinger im Gegenzug erklärte, keine Angst um den deutschen Jazznachwuchs zu haben.

Neben seinem aktuellen Hit "Marie" traute sich Mutzke an Klassiker wie "Ain't No Sunshine" von Bill Withers oder "Sittin' On The Dock Of The Bay" von Otis Redding und das mit einer ungeheuren Klasse. Dabei beeindruckte der, von seinen Fernsehauftritten eher schüchtern und zurückhaltend wirkende Sänger, als echter Entertainer. Wenn man diesen Mutzke erlebt hat, dann ist es keine große Kunst zu prophezeien, dass dieser Mutzke mal ein ganz Großer im Jazz wird.

Selbstverständlich kamen weder Passport noch Mutzke ohne Zugaben von der Bühne. Beide servierten das, was das Publikum erwartete. Mutzke natürlich seinen "Eurovision Song Contest"-Klassiker "Can´t wait until tonight" und Passport die "Tatort-Melodie" und "Sambukada" vom 77er Album "Iguacu". Text & Fotos: bz