Frohsinn und abteuerliche Geschichten

Hugh Masekela beim KlangVokal Festival im Konzerthaus

Dortmund 27.05.2010 | In jungen Jahren war seine Trompete ein Instrument des Widerstands. In seinem Spiel reflektierte er den Kummer und den Zorn über das Leben im Apartheidregime. Aber seinen Humor hat Hugh Masekela nie verloren. Selbst nicht während seiner Jahre im Exil. Längst lebt der Trompeter und Sänger wieder in seiner Heimat Südafrika, wo er im Juni zur Eröffnung der Fußball-WM spielen wird.

  Wie viel Witz der inzwischen 71-jährige Musiker noch besitzt, bekam das Publikum im Dortmunder Konzerthaus während seines Auftrittes im Rahmen des Klangvokal-Festivals mehr als einmal zu spüren. Der kleine Mann auf der Bühne versprühte einfach Frohsinn. Und seine teils abenteuerlichen Geschichten, die er zwischendurch so erzählte, taten ihr Übriges, um für beste Stimmung zu sorgen.

  Masekelas elegante Melodielinien auf dem Flügelhorn wurzeln hörbar im Jazz. Doch seine exzellente fünfköpfige Band verlagert das musikalische Geschehen häufig und fließend Richtung Afrobeat und Township. Diese meist entspannt vorgetragene Mischung ist betörend, auch weil Masekela ein echter Ästhet auf seinem Instrument ist.

  Alte Klassiker wie das fröhliche „Mandela“ und neuere Stücke mischen sich in einem Programm, dass das Publikum am Ende zum Tanzen bringt. Niemand sitzt mehr im Saal, alles bewegt sich gemeinsam mit dem Mann, der es auf der Bühne vormacht.

  Trotz dieser Ausgelassenheit - auch ein paar sehnsüchtige und melancholische Klänge und ernsthafte Botschaften durchzogen diesen Abend, der allerdings recht heiter begann. Denn die drei „Mahotella Queens“ sind trotz ihres Alters von jeweils Mitte 60 noch putzmuntere und lebenslustige Mädchen geblieben. Und die drei Landsfrauen von Masekela verstehen es, mit ihrem eigenwilligen, mehrstimmigen Harmoniegesang ein Publikum anzuheizen. Text & Fotos: cg