Whitney Housten in Oberhausen

Oberhausen, 26.5.2010 | Die Vorschusslorbeeren waren alles andere als gut. Sowohl der Welttournee-Auftakt in Moskau als auch das erste Deutschland-Konzert in Berlin Mitte Mai wurden zum Fiasko für Whitney Houston.

  Nach elf Jahren war die Soul-Diva erstmals wieder in Deutschland live zu hören, doch mit krächzender Stimme konnte die mit über 170 Millionen verkauften Tonträgern erfolgreiche Sängerin aus New Jersey nicht überzeugen. Mehrfach benötigte die Amerikanerin Auszeiten, ihre Stimme ließ sie immer wieder im Stich. Einmal rülpste sie sogar versehentlich ins Mikrofon.

  Dabei hatte unlängst die populäre US-Moderatorin Oprah Winfrey die Stimme von Whitney Houston noch als „Nationalerbe“ bezeichnet. Und die Vorfreude bei den Fans war ohnehin groß. Ein neues Album hat Houston im Sommer letzten Jahres herausgebracht – die erste Studioplatte nach sieben Jahren Pause. Und mit „I look to you“ ist ihr ein durchaus gelungenes Comeback geglückt. Mit dem discotauglichen Opener „Million Dollar Bill“, passablen R&B-Nummern und gefühlvollen Balladen wie dem Titelsong oder dem Stück „I didn´t know my own strength“, in dem Whitney Houston die eigene Stärke besingt.

  Und stark musste sie sein nach ihrer Trennung von Ehemann Bobby Brown, der sie mit in den Drogensumpf gezogen hatte. Alhohol, Drogen und Ehezwist, das waren die Schlagzeilen, die Whitney Houston viele Jahre lang schrieb.

  So schlecht wie ihre bisherigen Auftritte war das Oberhausener Gastspiel dann schließlich nicht. Houstons Stimme aber wirkte brüchig, die Höhen, die sie früher meisterlich erklomm, sind weg. So überließ die Diva den Refrain ihres Klassikers aus dem Film „Bodyguard“, „I will always love you“ zur Sicherheit lieber dem Backgroundchor.    

  Die 6.000 Fans in der König-Pilsener-Arena aber feierten ihr Idol, das immerhin gut 110 Minuten durchhielt  mit einer Mischung aus neuen Songs und alten Hits wie „How will i know“ oder „I wanna dance with somebody“.

  Immer wieder gab es zwischendurch lautstarke Liebesbekundungen aus dem Publikum, die Whitney Houston mit sichtlicher Rührung entgegennahm. Text: cg