ECHO tut dem Jazz gut - Gala in der Jahrhunderthalle

Bochum, 5.5.10 | Die Sonne strahlte pünktlich zu Beginn, der ausgerollte Rote Teppich blieb trocken. Viel (Jazz-)Prominenz marschierte über ihn hinein in die Bochumer Jahrhunderthalle zur Gala anlässlich des ersten ECHO Jazz der Deutschen Phono-Akademie.

  Nun bekommt auch der Jazz seinen Glamour mit einer eigenen Veranstaltung. Das bekommt ihm sicher gut. Raus aus der Nische, rein ins Rampenlicht, könnte man sagen. Oder auch: Der Jazz hat immer mehr Facetten und die gilt es doch zu würdigen. Für die Pressevertreter ist die erste ECHO Jazz-Verleihung allerdings nicht vorgesehen. Jedenfalls nicht live. Ein als Pressezentrum deklariertes Zelt beherbergt einen Fernseher. Und da, bitteschön, möge die Presse sich doch die fürs WDR-Fernsehen aufgezeichnete Show (Sendetermin: 8.5., 22.30 Uhr im WDR) anschauen. Unmöglich!

  Ein passabler Till Brönner führte durch das Programm, bei dem internationale Stars wie die Amerikanerin Dee Dee Bridgewater (bekam keinen ECHO) oder Curtis Stigers neben Klaus Doldinger und Götz Alsmann auftraten. Der wohl emotionalste Moment war die Verleihung des ECHO für sein Lebenswerk an Paul Kuhn. Stehende Ovationen für den „Mann am Klavier“, der körperlich nicht mehr der Fitteste ist, seinen Humor aber noch nicht verloren hat. James Last überreichte diesen Preis.

  Man mochte sich fragen, was Laudatoren wie Uwe Ochsenknecht oder der Rapper Sido auf dieser Veranstaltung verloren hatten. Immerhin kamen sie, viele der zu ehrenden internationalen Künstler blieben der Verleihung fern. Vielleicht sind mehr als 30 Kategorien ohnehin zu viel.

  Den Rahmen der Fernseh-Sendung sprengten sie sowieso. Deshalb erhielten etwa der Konzertveranstalter Karsten Jahnke den ECHO als Förderer des Jazz, der er mit seinen Jazzreihen „JazzNights“ und „JazzToday“ wahrlich ist, oder das Tingvall Trio als Ensemble des Jahres National ihre Trophäen erst am Schluss, als die Kameras schon ausgeschaltet waren. Auch das eine fragwürdige Entscheidung der Organisatoren.

  Immerhin, der Tenor der Szene auf der anschließenden Aftershow-Party war, dass der ECHO dem Jazz gut tue. Es gilt aber fürs nächste Jahr noch einige Abläufe zu verbessern. Hoffentlich auch den Umgang mit der berichtenden Zunft. Text & Fotos: cg