Ana Moura im "domicil"

Dortmund, 14.3.10 | Der Fado ist längst wieder richtig populär geworden, auch bei jüngeren Leuten. Das liegt auch an den Sängern und Sängerinnen der neuen Generation. Eine Mariza füllte am letzten Dienstag fast die komplette Bochumer Jahrhunderthalle. Und Ana Moura ließ am Sonntagabend im Dortmunder Jazzclub „domicil“ kaum einen Stuhl frei bleiben.

  Dabei ist der Fado, diese so emotionale Musik, die in den Armenvierteln von Lissabon ihren Ursprung hat, wie ihn Ana Moura singt, gar nicht so modernisiert wie bei einigen anderen Interpreten. Die 30-jährige aus Santarém setzt schon bei der Instrumentierung ihrer Gruppe auf klassisches Fado-Equipment.

  Eine Bassgitarre, eine akustische und eine portugiesische Gitarre bilden den Rahmen für ihre eindringlichen Songs, die sich oft um die Liebe drehen. Wie das gar ein wenig beschwingt  klingende „Caso Arrumado“, das eine Liebe besingt, die abgeschlossen scheint, es aber noch nicht ist.

  Schön, wenn man die Texte der Lieder, darunter auch Fado-Klassiker wie den „Fado Loucura“, versteht. Die zahlreichen Portugiesen im Saal tun das natürlich und reagieren so manches Mal mit spontanen Zurufen.

  Für den Rest der Zuhörer bleibt die aufregende Stimme von Ana Moura, die Intensität ihres Vortrages, der Wechsel von heiter anmutenden Fado-Nummern und der wunderbaren Melancholie dieses Genres.

  Sie singe „Fado Popular“, stellt Ana Moura im „domicil“ klar. Um dann musikalisch doch mal fremdzugehen. Mit „No Expectations“ und „Brown Sugar“ hat sie an diesem Abend gleich zwei Nummern der Rolling Stones im Programm, mit denen sie schon gemeinsam auf der Bühne stand.  

  Die Musik der Stones in ein leichtes Fado-Mäntelchen gehüllt - nicht nur damit bezauberte Ana Moura in Dortmund. Text & Fotos: cg


CD-Tipp:


Ana Moura „Leva-me aos fados“ (World Village/Harmonia Mundi)