Jazz, Visuals & Words: Odyssey feat. Christian Brückner

Dortmund, 11.03.2010 | Mit Christian Brückner als Sprecher des Odysseus kam eine der großen deutschen Stimmen ins domicil. In dem Crossover-Projekt des Kölner Komponisten und Musikers Heiner Schmitz wurden Homers 24 Gesänge des Odysseus jazzmusikalisch nachgezeichnet. Mit dabei waren ausserdem: Das Cologne Contemporary Jazz Orchestra, der Solist Frederik Köster (Trompete) sowie die Visual Artist VJ SmoKing.

Es war wieder einer dieser schaurig schönen Abende, an denen erstklassige Kunst vor gähnend leeren Rängen statt fand. Dennoch war ein aussergewöhnliches Konzert. Ein Festival der Sinne. Christian Brückner "The Voice", wie ihn die deutschsprachige Presse nennt, zog die Zuhörer bei der Rezitation von Homers 24 Gesänge des Odysseus in seinen Bann. Dazwischen lautmalten das Cologne Contemporary Jazz Orchestra unter der Leitung von Heiner Schmitz die Saga in einem klassischen Big Band Sound nach. Mal schräg-chaotisch, wenn Odysseus gerade mit seinem Schiff in der stürmischen See unterwegs ist, mal verträumt, wenn er sich mit einer der vielen Traumfrauen trifft.

Visuell begleitet wurde das Ganze von VJ SmoKing, der in einem szenischen Wechsel aus Großstadtimpressionen und Landschaftsaufnahmen immer wieder "Live"-Bilder von den Künstlern auf der Bühne mischte.

Während die visuellen Effekte gekonnt die Verbindung zwischen der Antike und der Gegenwart herstellten, hatte der Zuhörer bei der Komposition von Heiner Schmitz nicht das Gefühl, dass zwischen der Musik und der antiken Heldensage mehr als 2500 Jahre liegen. Wer sich also vor Beginn des Abends fragte, wie denn Jazz und Odysseus zusammenpassen, ging mit dem Gefühl nach Hause, dass Homer an dieser aussergewöhnlichen Aufführung seiner Werkes wohl seine wahre Freude gehabt hätte.
Text und Fotos: bz