Festivals in NRW

​In den Katakomben von Essen |

20. JOE-Festival beginnt heute

Essen, 14.01.2016 | Über zwei Jahrzehnte lang ist es zu einer Institution geworden: Das Festival, der Jazzoffensive Essen begeht in diesem Jahr seine 20. Ausgabe. Das Programm von Donnerstag, 14. Januar bis Samstagabend 16. Januar verspricht drei musikalisch überaus gehaltvolle und lange Abende im Essener Katakomben-Theater.

Los geht es heute abend mit dem Quartett um die Vokalistin Filippa Gojo, die im letzten Jahr den Neuen Deutschen Jazzpreis bekommen hat. Komplettiert wird das Quartett durch Sebastian Scobel an den Piano und Rhodes, David Andres am Kontrabass und Lukas Meile an der Percussions. Superimpose heißt ein international erfolgreiches, aktuell in Berlin residierendes Duo aus dem Posaunisten Matthias Müller und dem Schlagzeuger Christian Marien.

Die beiden Künstler sind vor allem in der frei improvisierenden Szene Berlins unterwegs – versprochen wird eine „Symbiose, die Grenzen und Rollen neu definiert.“ Spinifex Maximus heißt eine Großformation aus der niederländischen Szene. Die Herkunft der Mitglieder steht für internationale Vielfalt. Ungebändigte Anarchie, extatische Grooves, Element aus Avantgarde, Metal und Trash prallen auf feingewebte Sensibilität – das wird auf der Band-Webseite versprochen. In einem ebensolchen bunten Mix aus Stilen und regionalen Szenen geht es am Freitag nahtlos weiter.

FC Fritsche ist kein Fußballplatz- aber das Quartett aus Simon Camatta, drums, Johannes Nebel, Bass, Raphael Zapp, Rhodes sowie FF& Sebastian Gerhartz, Altsax und Klarinetten haben sich dem Genre des „Sportjazz“ verschrieben. Aber keine Angst: „Roten Karten und Platzverweise“ gibt es nicht! Dafür werden altbekannte Regeln umso mehr gebrochen und in neue Klangsäulen verwandelt. Getreu dem Credo: „Jeder darf sich einbringen und der Mannschaft zum Sieg verhelfen – Egal wie, Hauptsache, es knallt!“

By the Waterhole nennt sich ein Soloprojekt der im norwegischen Bergen lebenden Vokalistin Eva Pfitzenmaier. Die Solokünstlerin versteht sich nach eigenem Bekunden als Singer- Songwriterin, nutzt aber ihre Stimme auch als weitgespannten gestalterischen Freiraum.

Die Kölner Szene ist beim letzten Konzert am Freitagabend mit dem Subway Jazz Orchestra vertreten. Jeden 2. Mittwoch eines Monats sorgt dieses 18köpfige Musikerkollektiv für handgemachte Bigband Musik. Das Orchestra versteht sich vor allem als Plattform für Komponisten und Arrangeure aller Coleur.

Welche spannenden und lustigen Abenteuer kann man mit Improvisation anstellen? Dies fragt das Kinderkonzert am Samstag 16. Januar am Nachmittag. Das Trio "knu!" lädt zur beliebten Fahrt in einem imaginären Musiklift. Mit Spielfreude und Improvisationslust werden bei der Fahrt im akustischen Aufzug spannende Klang-Etagen erforscht. Anhand von Bildern wird greifbar, wie unterschiedlich die Impulse die Musik dirigieren. Dabei werden manchmal sogar neue Instrumente gebraucht und auch die tatkräftige Mithilfe der Kinder.

Patrick Hengst, ebenfalls ein Schalgzeuger aus Essen gehört zum Trio Pep Ventura, welches den Samstagabend im Katakomben-Theater eröffnet. Die drei Musiker haben seit ihrem Debutalbum im Jahr 2009 wegen ihres freigeistigen Ansatzes für viel Furore gesorgt. Einen „eigenwilligen Freeplay-Ansatz“ unterstellte ihnen das Magazin Gitarre und Bass.

Lea W. Frey ist eine Berliner Sängerin, die spannende Gratwanderungen zwischen experimentellem Vokaljazz und elektronischem Indiepop zu gehen weiß, wenn man hier einmal die Schubladen bemüht, was im Fall von Lea W. Frey kein einfaches Unterfangen ist. Zum Finale geht der Blick nach Frankreich – und zwar mit einem der ganz Großen aus unserem Nachbarland: Klarinettist Louis Sclavis ist ein permanente Sichselbst neuerfindender obendrein. Ihm zurzeit steht Frankreichs amtlicher Jazz-Cellist Francois Courtois.

Tickets unter www.jazz-offensive-essen.de