Enormes technisches Niveau |

Filippa Gojo erhält den Horst und Gretl Will-Förderpreis

Köln, 08.07.2014 | Die Jury des Horst und Gretl Will-Stipendiums hat sich nach ausgiebiger Diskussion entschlossen, im Jahre 2014 die Sängerin und Komponistin Filippa Gojo als Preisträgerin auszuzeichnen. Filippa Gojo hat sich damit in einem Feld von Bewerberinnen und Bewerbern durchgesetzt, das zahlreich und in der durchschnittlichen Qualität überraschend hochwertig war, was für die immer noch zunehmende Bedeutung dieses Preises im Kölner Raum spricht.

Filippa Gojo ist Sängerin, Komponistin und Bandleaderin. Die Jury kannte sie schon von ihrer Bewerbung im Jahre 2013 her und war beeindruckt von dem enormen Fortschritt, den ihr künstlerischer Einzugsbereich und ihre Kompetenzen innerhalb eines Jahres erfahren hat.

Besonders ihre neu entstandenen Solo-Aufnahmen, die einen Schwerpunkt ihrer aktuellen Bewerbung bildeten, zeigen ein enormes Niveau an technischen Fähigkeiten, an kompositorischer Fantasie und an musikalischem Horizont. Im vergangenen Jahr war sie der Jury vor allem als Autorin und Interpretin origineller Stücke für kleinere Ensembles aufgefallen, also vor allem als Sängerin, die als Solistin in einem durchaus weiteren Sinne liedhaftes Material mit Texten interpretiert.

Aus diesem damals schon bemerkenswerten Stadium ihrer künstlerischen Entwicklung hat sie inzwischen einen großen Schritt hinaus gewagt auf ein weites Feld freierer vokaler Arbeit. Das Material eines Solo-Albums „vertraum“, das gerade im Entstehen begriffen ist und mit dem sie die Jury bekannt gemacht hat, zeigt sie als Vokalistin, die ihre Stimme nicht nur der Interpretation von Texten widmet, sondern sie auch instrumental einsetzt, also als Teil etwa eines improvisierenden Ensembles.

Filippa Gojo entwickelt darüber hinaus auch starke Bühnenpräsenz in frei improvisierenden Zusammenhängen. Sie ist eine hoch geschätzte Musikerin in verschiedenen Ensembles und zeigt dabei eine rasche und stets intensive Auffassung dessen, was sie jeweils zum Geschehen beitragen kann. Darüber hinaus hat sie auch etwa mit der originellen improvisierten Vertonung über St. Exupérys „Kleinen Prinzen“ auf sich aufmerksam gemacht.

Filippa Gojo sieht ihre berufliche Perspektive nicht nur unter künstlerischen, sondern auch unter musikpädagogischen Aspekten. Die Kinderkonzerte, die sie mit ihrem Quartett organisiert, machen keinen trennscharfen Unterschied zwischen Musik und Musikpädagogik. Auch das spricht in den Augen der Jury für die Preisträgerin Filippa Gojo.