Nochn Preis: Verleihung des Rüttenscheider JazzPott 2010

Essen, 17.9.2010 | "Hier hasse!". So ähnlich mutete die Preisverleihung, nein besser, die Übergabe des Pokals zwischen dem Vertreter der Stadt Essen (Kulturhauptstadt 2010), Bürgermeister Rudi Jelinek und dem Preisträger, Jazzsaxophonist Christof Lauer, an.

Kaum hatte man sich zur Preisverleihung des heuer bereits zum 13. Mal vom Plakat Kunst Hof Rüttenscheid verliehenen JazzPott eingerichtet, da war sie auch schon vorbei. Kurze Ankündigung, Namen sagen, Bürgermeister nimmt Preis, der in diesem Jahr selbst gebastelt wurde weil keine Kohle da ist, und übergibt ihn mit den Worten "ja hier, ne". Kurzes Händeschütteln, Applaus, noch das lästige Fotografieren für die Presse. Feddich.

Dabei stellt sich schon allein die Frage, was der JazzPott eigentlich soll. Vielleicht war der Autor dieses Beitrags ja auch der Einzige, der weder Hintergründe des Preises selbst, noch die Begründung warum der Preis in diesem Jahr an Christof Lauer ging, kennt. Denn wie gesagt: Laudatio - Fehlanzeige.

Nun hat Christof Lauer, "einer der besten europäischen Jazz-Saxophonisten" (FAZ), mit dem 13. Jazzpott seinen 13. Jazzpreis an der Wand hängen oder im Regal stehen. Wenn er schon einer der besten Europas ist (wer entscheidet das?) hat er ihn als Nachwuchskünstler schon mal nicht bekommen. Für sein Lebenswerk wohl auch nicht - zu jung. Für eine der herausragensten Produktionen in diesem Jahr auch nicht - letzte CD ist aus dem Jahre 2007. Besondere Verdienste um den Jazz in Rüttenscheid oder wenigstens das Ruhrgebiet - hatter keine. Vielleicht war ja der einzige Grund für die Verleihung an ihn, wie er selbst sagte, seine fehlende Abergläubigkeit. Dem Publikum ist dies jedenfalls verborgen geblieben. Aber wenigstens gabs danach ein schönes Konzert (siehe reviews), wenn auch ohne after-show-party.

Text & Fotos: bz