JazzTrane3 |

Bruno Müller Invitations

Text & Fotos: Vera Marzinski

Köln, 14.04.2019 | Bruno Müller - gleich drei Mal bei Jazztrane im Stadtgarten. Der Gitarrist bereichert seit vielen Jahren die deutsche und internationale Musikszene mit seinem vielseitigen und leidenschaftlichen Gitarrenspiel.

JazzTrane3 stand unter dem Thema „Bruno Müller Invitations“, denn der hatte gleich drei Mal eingeladen. Jazztrane ist eine Konzertreihe im Studio 672. Der Club des Stadtgartens präsentiert dazu Bands und Musiker mit ihren verschiedenen Spielweisen. Kurator der Reihe ist der bekannte Jazzsaxofonist Denis Gäbel, der mit seiner gekonnten Musikauswahl „Jazz Trane“ zu einem Treffpunkt für Jazzliebhaber und Musiker gemacht hat. Bei „Jazztrane3“ ist ein Musiker gleich an drei Abenden auf der Studio 672 Bühne. So jüngst Gitarrist Bruno Müller, der Kölner mit dem unverkennbaren Gefühl für Rhythmus und Groove. Davon konnten sich die Zuhörer an diesen drei Abenden bestens überzeugen. Zunächst am Donnerstagabend mit feinstem Groove-Jazz bei „Bruno Müller, feat. O&C“. Hier spielte Müller gemeinsam mit Simon Oslender an der Orgel und Schlagzeuger Jerome Cardynaals. Am Freitag hieß es „Bruno Müller swings & sings“. Diesmal mit Niklas Walter an den Drums, Bassist Martin Gjakonovski und am Keyboard Simon Oslender. Den Abschluss am Samstagabend bei „Bruno Müller, feat. Hanno Busch“ mit viel Funk-Jazz von Müller, Bassist Claus Fischer, Drummer Hardy Fischötter und natürlich auch dabei: Gitarrist Hanno Busch.

Und die boten Funk vom Feinsten mit „So what’s up“ – ein Stück von Mezzoforte. Bruno Müller war von 2007 bis 2014 fester Gitarrist der Band, spielt die Alben “Volcanic“ und “Islands“ ein und tourte mit der Band quer durch die Welt. Drummer Hardy Fischötter bot zu diesem Stück ein fulminantes Schlagzeugsolo an diesem dritten Jazztrane-Abend. Nach dem Ausflug in diese Zeit griff Müller zur Akustik-Gitarre. „Jetzt spielen wir ein Schlaflied nach diesem Radau“, versprach er verschmitzt. Das Lied „Lullaby for the 3Bs“ hat er seinen Kindern gewidmet – die alle mit einem B anfangen – und ist sehr gefühlvoll. Im Duo spielte er mit Hanno Busch „Just friends“. Die beiden kennen sich seit 1993 – damals spielten sie gemeinsam in Landesjugend Bigband. So wie die beiden trat auch Bassist Claus Fischer bei den „Heavytones“, der Studioband von Stefan Raabs „TV Total“ auf. Gemeinsam spielten sie einige Stücke der „Inner Back Home“-CD, die Müller 2016 produziert hatte – auf der findet ein Zusammentreffen der jungen und lebendigen deutschen und internationalen Jazzszene statt, von Till Brönner über Max Mutzke, Jeff Cascaro, Joo Kraus, Magnus Lindgren und Frank McComb. Das sportlichste Stück beim JazzTrane-Abend - „Top Spin“ - stammt von der gemeinsam mit Bassisten Christian von Kaphengst gegründeten Band „Café du Sport“, die den renommierten Hennessy-Jazzpreis gewann. Bruno Müller war begeistert von allen drei Abenden und vom letzten „total geflashtt“. Vor der ausgiebigen Zugabe gesellte sich hier noch Percussionist Roland Peil dazu.

Richtig Funkig war es gleich am ersten Abend. Bruno Müller hatte sich zwei junge Musiker dazu geholt. Den Aachener Hammond-Orgelspieler Simon Oslender und Schlagzeuger Jerome Cardynaals aus Maastricht. Beide sind Anfang 20 und lernten sich in einer Big-Band kennen. Oslender ist seit Mitte 2018 festes Mitglied in der Wolfgang Haffner Band. Gemeinsam sind sie als „Twogether“ mit funkigem Blues-Jazz in einem ganz eigenen Stil. unterwegs und veröffentlichten schon zwei Alben. Auf „50/50“ aus 2014 spielt Bruno Müller an der Gitarre. Beim „Jazztrane3“-Abend kamen natürlich so einige Stücke daraus mit ins Programm. Ganz nach dem Titel des zweiten Abends gab es „Swing“ und „Sing“. Nicht so expressiv wie am Vorabend und mit singbarer Intonationsweise, denn Bruno Müller spielt nicht nur grandios auf der Gitarre, seine Stimme ist zudem sehr gefühlvoll. Drei Mal Bruno Müller – eine ganz besondere Konzertreihe im Stadtgarten.

Nächste JazzTrane-Veranstaltung: 27.04.2019 im Stadtgarten mit Jazztrane Blowing Session Vol. 3 „American Songbook" mit Heinz-Dieter Sauerborn (alt sax), Denis Gäbel (ts), Hubert Nuss (p), Robert Landfermann (b), Leif Berger (dr)

CD Bruno Müller „Inner Back Home“ / Label: Soundcolours Plus, 2016