Ausstellung Bildende Kunst im Exil 1933-1945 |

Mit musikalischem Rahmenprogramm

Bonn, 02.05.2019 | >EINGEDENKEN

Bildende Künstlerinnen und Künstler im Exil 1933–1945
Kunstwerke aus der Sammlung Memoria Thomas B. Schumanns

Vernissage: 10. Mai 2019, 19 Uhr
Ausstellung: 10. Mai - 6. Juni 2019
Finissage: 6. Juni 2019, 19 Uhr

Dialograum Kreuzung an St. Helena
Bornheimer Straße 130, 53119 Bonn

Etwa eine halbe Million Menschen wurde ab 1933 von den Nationalsozialisten wegen ihrer politischen Gesinnung oder jüdischen Herkunft aus Deutschland vertrieben und zur Emigration gezwungen. Sie wurden über alle fünf Erdteile verstreut und landeten nach oftmals abenteuerlichen Odysseen in entlegenen Winkeln der Welt, wo sie zumeist ein erbärmliches, von Entbehrung, Unsicherheit, Verzweiflung geprägtes Dasein fristeten. Auch rund zehntausend Kulturschaffende und WissenschaftlerInnen aller Disziplinen waren davon betroffen. Die systematische Verfemung und Vernichtung des den Nationalsozialisten mit ihrer dumpfen „Blut-und-Boden“-Ideologie nicht genehmen – zumeist avantgardistischen – Kulturguts in so spektakulären Aktionen wie den Bücherverbrennungen oder Museumssäuberungen von sogenannter „Entarteter Kunst“ ist ein einmaliges Phänomen in der Kultur- und Geistesgeschichte und zeitigt bis heute Wirkung. Anlässlich des Jahrestags der Bücherverbrennung vom 10. Mai, dem ersten Fanal der zerstörerischen Kulturpolitik der Nationalsozialisten, zeigt die aktuelle Ausstellung im Dialograum Kreuzung an St. Helena einen Ausschnitt der Sammlung Memoria Thomas B. Schumanns in der Absicht, auf infolge der Emigration unbekannt gebliebene Künstler und Künstlerinnen, wie z. B. Eugen Spiro, Charlotte Berend Corinth, Arthur Kaufmann, Herbert Fiedler, René Halkett, Carl Rabus, Hans Tombrock oder Rudolf Jacobi, aufmerksam zu machen.

RAHMENPROGRAMM

10. Mai, 19:00 Uhr: Vernissage

Begrüssung: Georges Paul, Jürgen Repschläger

Kurzvortrag: Prof. Dr. Rolf Sachsse, Plädoyer für ein Exilmuseum in Bonn

Kurzvortrag: Thomas B. Schumann, Über das Fehlen der Erinnerung

Musik: Michael Heupel – Flöten, Matthias Schüller – Posaune, Rainer Weber – Bassklarinette

16. Mai, 19:00 Uhr

„Man emigriert eben auf Lebenszeit“ (Georg Stefan Troller)

Über den immensen Verlust durch die nationalsozialistische Vertreibung von zehntausend Kulturschaffenden ins Exil und die Notwendigkeit eines Exil-Museums

Vortrag von Thomas B. Schumann, Sammler und Verleger

19. Mai, 20:00 Uhr

Konzert: The Mirror Quartet

Georges Paul – Saxophone, Hans-Peter Hiby – Saxophone

Martin Blume – Schlagzeug, Onno Govaert – Schlagzeug

23. Mai, 19:00 Uhr

„Else Lasker-Schüler kann von Lorbeerblättern nicht leben“

Das tragische Leben und bedeutende Schaffen der Dichterin

Vortrag von Thomas B. Schumann; musikalische Umrahmung von Akampita Steiner

27. Mai, 19:00 Uhr

Podiumsdiskussion zum Thema

6. Juni, 19:00 Uhr: Finissage

Eine Initiative der Projektgruppe Museum des Exils Bonn (Jürgen Repschläger, Thomas B. Schumann, Georges Paul), kuratiert von Georges Paul, veranstaltet vom Dialograum Kreuzung an St. Helena, in Kooperation mit: Edition Memoria, Antiquariat Walter Markov, In Situ Art Society, Singularity Arts Collective und mit Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Bonn.