Mit der Lizenz zum Swingen |

Tom Gaebel im Dortmunder Konzerthaus

Text & Fotos: Christoph Giese

Dortmund, 06.12.2018 | Das Orchester spielt eine dieser berühmten Melodien der berühmten Agentenfilme und der Protagonist des Abends betritt lässig die Bühne des Konzerthauses. Im schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Fliege gekleidet, in der Hand lässig ein Glas. Das könnte vom Erscheinungsbild glatt der berühmte britische Geheimagent sein. Es ist aber nicht James Bond, sondern Sänger Tom Gaebel, der Mann mit der Lizenz zum Swingen. Einfach gut schaut er aus. Kein Zweifel, Gaebel hat die sexuelle Eleganz von James Bond übernommen. Teilt er dem Publikum sogleich selbst mit und erntet schon die ersten Lacher.

Auch wenn im Glas Wein ist und kein Martini – Gaebel und das WDR Funkhausorchester Köln unter der Leitung von Wayne Marshall lassen in Dortmund ganz schnell Bond-Feeling aufkommen. Bildet die legendäre Filmmusik der Agentenstreifen doch den Rahmen dieses sehr unterhaltsamen Abends.

„Goldfinger“, „From Russia With Love“, „Thunderball“, „A View To A Kill“ oder „Live And Let Die“ – die unvergesslichen Songs eines John Barry, von Duran Duran oder Linda und Paul McCartney, in den Filmen von Weltstars wie Tom Jones oder Shirley Bassey gesungen, bringt Tom Gaebel mit viel Verve rüber. Mal kraftvoll und voller Emotion, mal mit Gefühl. Gaebel ist ein eleganter Crooner und das mächtige Funkhausorchester, verstärkt durch exzellente Jazzmusiker wie den Pianisten Martin Sasse oder den Bassisten Martin Gjakonovski, ummantelt seinen Gesang mit satten, immer wieder dramatischen Klangwänden.

Kontraste bieten da kleine Ausflüge ins Easy Listening von James Last oder Evergreens von Frank Sinatra. Auch dessen Repertoire singt Gaebel ziemlich gut. Dann geht es zurück zu Bond, auch mit Stücken aus der eigenen Feder. „Taking Back My Crown“ vom neuen Gaebel-Album „Perfect Day“ wäre der perfekte, hochdramatische Soundtrack für einen neuen Bond-Streifen. Und er selbst doch sowieso die beste Besetzung für die Rolle des Geheimagenten. Natürlich erzählt der sympathische Entertainer das seinem Publikum mit einem Augenzwinkern. Aber mal die Filmmusik, womöglich die eigene, für einen der Bond-Filme einsingen, das könnte dieser Tom Gaebel ganz locker.