Simon Camatta im Gespräch |

Über Musik und Tanz

Text: Uwe Bräutigam | Fotos: Simon Camatta

Essen, 07.03.2018 | Simon Camatta, Schlagzeuger, wurde 1976 in Essen geboren. Mit 11 Jahren bekam er sein erstes Schlagzeug zu Weihnachten. Er studierte Jazz an der Folkwang Hochschule Essen. Seit 20 Jahren spielt er in den unterschiedlichsten Bereichen in den halben Welt. Zurzeit spielt er in The Dorf, Camatta Monk, Knu, Camatta LOVE und in diversen Improvisationsprojekten sowie verschiedenen Theatern und Tanzprojekten. Obendrein ist er auch Solo unterwegs.

Vom 1. bis 4.3.18 hat er live in dem Tanzprojekt Wilderness tender der Choreographin Stephanie Miracle im Maschinenhaus Essen gespielt. Über dieses Projekt und sein Verhältnis zu Tanz hat Simon für NRW Jazz einige Fragen beantwortet:

Du arbeitest als Musiker an und in vielen Projekten und Bands, welchen Stellenwert haben für Dich Tanz und Theater?

Tanz und Theater sind eine große Bereicherung für mich. Ich bekomme viel Inspiration und Energie durch die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Ich schaue mir aber auch einfach sehr gerne Sachen an. Ich unterscheide nicht ob jemand Musiker, Tänzer, Schauspieler, Bühnenbildnerin oder sonst was ist. Seine oder ihre Kunst und natürlich der Mensch an sich interessiert mich.

Wie ist Dein Zugang zu Wilderness tender, welche Berührungspunkte gibt es?

Es gibt eine Menge Berührungspunkte. Ein befreundeter Tänzer hat mich mit Stefanie Miracle in Kontakt gebracht und ich bin sehr froh über diese Zusammenarbeit. Ich habe ja auch eine zeitlang an der Folkwang studiert und damals schon mit Tänzern und Leuten wie Samir Akika gearbeitet. Ich mag die Atmosphäre dort.

Hast Du Musik entwickelt oder hast Du Einfluss auf die Musik zu Wilderniss tender?

Emily Wittbrodt am Cello und ich haben zusammen mit Stefanie die Musik entwickelt. Jeder bringt seine Ideen ein, aber natürlich ist es am Ende die Choreographin die zufrieden sein sollte. Bei solchen Arbeiten bringt es nichts egoistisch seine Sachen durchzuboxen. Aber es steckt auch so viel von mir in der Musik

Jazz und Tanz gehörten bis zum Bebop zusammen, kommen sie nun über Tanzprojekte wieder zusammen?

Für mich waren Musik und Tanz schon immer untrennbar. Ich liebe es für tanzende Leute zu spielen. Egal ob sie früher zu meiner Hardcoreband Endwise gepogt haben, in einem Club zu mir und meinem DJs First Claas und DJ Casio abtanzen oder eben auf einer Bühne modernen Tanz oder sonst was machen. Ich bewege mich auch selbst gerne zur Musik.

Gibt es noch irgendetwas, was Du zu dem Stück oder zu Deiner Arbeit im Bereich Tanz und Theater sagen möchtest?

Wir sind alles Künstler die diesen Weg gewählt haben und es stärkt mich ungemein in dieser Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten. Mich mit Menschen zu umgeben die für eine Leidenschaft auf vieles verzichten, aber eben auch etwas ganz besonderes tun. Die Künste sollten noch viel mehr zusammen sein.

Ein neues Projekt von Dir ist die Hölderlin Maschine, eine Verbindung von Jazz und Lyrik.

Was erwartet das Publikum am 25.3. im Maschinenhaus Essen?

Die Hölderlin Maschine führt die Zuschauer in Hölderlins Turmzimmer, wo Ulrich Land und das Camatta LOVE Quartett auf sie warten und sie mitnehmen in Hölderlins Werk und sein Leben. Spontan improvisiert und geprobt. Wie sehen uns:

Szenische Lesung mit MusikDie Hölderlin-Maschine Camatta LOVE, Maschinenhaus Essen, Sonntag 25.3.18 um 16 Uhr.

http://www.maschinenhaus-essen.de/programm/kalender/

http://simoncamatta.de/
https://umlandrecords.de/