CD Besprechung

Jet Lemon Band |

Led Zeppelin II in the key of jazz

Text: Uwe Bräutigam

Düsseldorf, 27.03.2018 | Nach Jimi Hendrix, Pink Floyd und natürlich den Beatles wird nun auch Led Zeppelin gecovert. Es gibt bereits unzählige Cover von Led Zeppelin Songs, allerdings bisher noch nicht im Jazz. Die Jet Lemon Band, mit ihrer Basis in Weimar, hat das legendäre Album Led Zeppelin II von 1969 komplett gecovert, oder wie ihre CD heißt, “in the key of Jazz“ übertragen. Die Band ist international besetzt, mit Musikern aus Rußland, Korea und Deutschland. Die Band will sich mit ihrer Adaption vor den großen Musikern von Led Zeppelin verneigen. Genau dies ist aber das Problem. Die Stücke der Jet Lemon Band (JLB) bleiben trotz aller Jazzzutaten doch sehr am Original. Die Songstruktur wird 1:1 übernommen. Led Zeppelin II ist ein sehr riffbetontes Album und die JLB übernimmt in allen Songs die Riffs, auch wenn sie etwas anders instrumentiert sind. Viele Gesangsparts werden so übernommen, dass sie dem Original von Plant möglichst nahe kommen. Der russische Sänger und Keyboarder Jim AvivA hat eine klassische Ausbildung als Opernsänger, das macht es ihm möglich des Gesang von Led Zeppelin Sänger Robert Plant recht gut zu kopieren. Möchte man das? Die eine oder andere Bridge ist verjazzt, hier und da eine Improvisation hinzugefügt, aber es bleibt eine Jazzrock Version von Led Zeppelin. Berühmte Stellen wie der Eingangsgesang von Whole Lotta Love, die jeder kennt, werden einfach nur imitiert. All das macht die JLB gut, sie sind gute Musiker, aber der Musik von Led Zeppelin wird nichts substanziell Neues hinzugefügt. Hier findet keine Dekonstruktion und anschießende Rekonstruktion statt, oder wie der Düsseldorfer Jazz Gitarrist Philipp van Endert es nennt: „ein bisschen kaputt gemacht.“

Soweit die kritischen Bemerkungen. Wer Led Zeppelin gern etwas jazzig oder mit hohem Wiedererkennungswert mag, der ist mit Album an der richtigen Adresse. Die Band aus Weimar schließt übrigens einen Kreis in der Musikgeschichte. Sie bringen Led Zeppelin in den Jazz ein. Jimmy Page, John Paul Jones und Robert Plant haben tiefe Wurzeln in der englischen Blues und Jazzszene. Sie haben sich auch bei dem Album sehr freizügig bei den alten Bluesmusikern bedient. Allerdings ursprünglich ohne die Musiker zu nennen. Das führte zu einigen urheberrechtlichen Prozessen und außergerichtlichen Einigungen mit den Inhabern der Rechte. So basiert Whole Lotta Love auf Willie Dixons You need Love, der Lemon Song, nachdem sich die Weimarer Band benannt hat, basiert auf Killing Floor von Howlin`Wolf (Chester Burnett) und Bring it On Home geht teilweise auf Willie Dixon zurück. So schließt die Jet Lemon Band den Kreis, von der Blues- und Jazzszene Chicagos der 50er über den Londoner Bluesrock der 60er zurück zum Jazz im 21. Jh..

Jet Lemon Band – Led Zeppelin II in the keys of jazz

Leo Records CD LR 822

Jim AvivA –lead vocal, keyboards

Sammy Lukas – piano, keyboards

Ju Chong Cheong – guitars

Benjamin Schlothauer – bass

Jacob Kufert – drums

www.leorecords.com