Engagiert für die Zukunft des Jazz |

«Shalosh-Workshop» mit Hürther Schülern

Text: Dr. Michael Vogt | Fotos: Bernd Rosenbaum

Hürth, 21.03.2017 | Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, eine international erfolgreiche Jazz-Band zu treffen, von ihr zu lernen und mit ihr zusammen Musik zu machen? Genau das konnten Schülerinnen und Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) in Hürth am Wochenende im Vorfeld des Konzerts, das die israelische Band «Shalosh» im Hürther Jazzkeller gab. Auf Initiative des Jazzclubs Hürth e.V. hatten sich die jungen Musiker aus Tel Aviv gerne dazu bereit erklärt, gemeinsam mit den Schülern zu arbeiten.

Exklusiv-Konzert

In der Aula des ASG trafen die sympathischen Bandmitglieder Gadi Stern (Piano), David Michaeli (Bass) und Matan Assayag (Drums) auf Jungen und Mädchen des Gymnasiums. Aus einem lockeren Gespräch heraus, das die Musiker in englischer Sprache mit den Jugendlichen führten, entwickelte sich rasch eine Tagesordnung. Zunächst einmal sollten die sieben Jungen und Mädchen das Stück der Band «Jerusalem State of Mind» spielen, das sie im Vorfeld des Workshops mit Musiklehrerin Martina Zöllner einstudiert hatten. Das Ergebnis sorgte bei Stern für Begeisterung. „Das klingt schon richtig toll“, freute sich der Pianist und machte den Vorschlag, gleich einen Gang zuzulegen und die Nummer gemeinsam mit den Profis zu vertiefen. Während Assayag dem Schüler am Schlagzeuger wertvolle Tipps gab und Michaeli an seinem Instrument das Fundament legte, dirigierte Stern das gemischte Ensemble aus Martina Zöllner am Klavier und den Schülerinnen und Schülern, die Streich- und Blasinstrumente sowie ihre Stimme mitgebracht hatten. Daraufhin spielte die Band das Stück einmal komplett für die Schüler, die das Exklusiv-Konzert sichtlich genossen.

Bild des Dialogs

In der anschließenden Fragerunde ließen sich die Schüler erklären, woher die Inspirationen für das Stück stammen, das sie gemeinsam vorbereitet hatten. Die Schüler interessierten sich auch für das Thema der Improvisation, die im Jazz eine so große Rolle spielt. Stern machte es am Bild des Dialogs deutlich: „Auch in einem Dialog weiß man von vorneherein, was man sagen möchte. Im Gespräch mit einem Gegenüber muss man aber seine Positionen und Zwischentöne anpassen – man improvisiert!“ Neugierig auf das Konzert geworden, freuten sich die Schüler umso mehr, dass der Jazzclub sie dazu einlud, am Abend kostenlos in den Jazzkeller zu kommen. Doch nicht allein zum Zuhören, wie Günter Reiners, Vorsitzender des Jazzclubs Hürth, verriet: „Für uns gehört es schon zur Tradition, dass die Schülerinnen und Schüler, die in Zusammenarbeit mit den Schulen in unseren Workshops die einzigartige Gelegenheit erhalten, auf echte Stars des Jazz zu treffen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, das Erlernte auch unserem Publikum vorführen dürfen. Und unsere Künstler haben ein so großes Vertrauen in uns, dass sie dem regelmäßig zustimmen. Heute Abend hat das Publikum also nicht nur die Gelegenheit, eine der aufregendsten jungen Jazzformationen aus Israel kennenzulernen. Sie können sich auch davon überzeugen, wie der Jazzclub sich in Hürth ganz konkret für die Zukunft dieser Kunstform engagiert.“