Rutsch mal rüber |

Silvester mit Pablo Held & Band

Text: Uwe Bräutigam | Fotos: Philharmonie/Millot

Köln, 02.01.2018 | Pablo Held freut sich über das Publikum, er spielt nur sehr selten vor so jungen Zuhörer*innen. Ein Silvesterprogramm Jazz für alle ab 10 in der Kölner Philharmonie.

Während er zum Mikro greift und es still im Konzertsaal wird, ruft ein zartes Stimmchen „Papa“. Es ist seine kleine Tochter. Im Publikum sitzen viele Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern, die Philharmonie ist gut gefüllt.

Der Pianist Pablo Held hat ein Sextett aus renommierten jungen Musikern aus Köln zusammengestellt, alle noch in den 30ern. Sebastian Gille ist am Tenorsaxophon, Bastian Stein an der Trompete, Tobias Hoffmann an der Gitarre, Oliver Lutz am Bass und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug. Alle diese Musiker haben in unterschiedlichen Formationen schon zusammengespielt, aber in dieser Formation spielen sie zum ersten Mal zusammen.

Pablo Held hat Stücke ausgewählt, die alle kennen und Stücke, die nicht so bekannt sind. Das Pipi Langstrumpf Lied gehört zur ersten Kategorie. Bastian Stein bläst die bekannte Melodie auf der Trompete, dann kommt Sebastian Gille als zweite Stimme mit dem Tenorsaxophon dazu. Dann beginnt die Band Pablo Helds Bearbeitung zu spielen, in der die Melodie immer wieder aufgegriffen und verändert wird.

Pablo Held erklärt den Kindern, dass die Musiker improvisieren, sich jetzt etwas ausdenken, was sie dann spielen. „Wie bei einer Schatzkarte, weiß man nicht den genauen Weg und nicht wo genau der Schatz liegt.“

Zu den nicht so bekannten Stücken zählt sicher die Komposition Run von Pablo Held, mit der das Konzert eröffnet wird. Sebastian Gille spielt hier ein ergreifendes Solo und Bastian Stein spielt, mit sanfter Schlagzeugbegleitung von Jonas Burgwinkel, ein sehr schönes Trompetensolo. Im Ausklang des Solos setzen Bass und Piano ein und das Schlagzeug wird wieder kräftiger, ein schöner Übergang.

Etwas Gruseliges ist auch im Programm. Musik aus Die Schöne und das Biest in der alten EUROPA Hörspielkassettenfassung. Dazu geht das Licht aus, die Band spielt im Dunklen, dann entsteht ein nebliges Zwielicht und die Musiker tragen Tier- und Monstermasken. Zum Ende des Stücks verlöscht das Licht wieder und dann geht die Beleuchtung wieder an, alles ist wie vorher. „War etwas? Haben wir gerade gespielt, oder habe ich nur geträumt?“, fragt Pablo Held.

We see (1954) von Thelonius Monk, gehört bei den Kindern eher zu den unbekannten Stücken, für Jazzfans ein Klassiker. Sebastian Gille spielt hier Bassklarinette.

Dann gibt es ein Stück von den Beatles, John Lennons Julia, aus dem berühmten Weißen Album. Hier kommt vor allem Tobias Hoffmann zum Zug. John Lennon setzt in Julia neue Zupftechniken ein, die er von Donovan gelernt hatte. Bei Tobias Hoffmann bekommt der Song einen twangigen Touch von Surfmusic.

Zum Abschluss gibt es dann wieder etwas, das auch Kids kennen, die Musik zu Star Wars.

Die Star Wars Melodie und einige andere Themen aus den Filmen hat Pablo Held bearbeitet und verjazzt. Bei diesem Stück gibt es wieder einige herausragende Soli von Sebastian Gille.

Kinder und Erwachsene spenden reichlich Beifall, so ist eine Zugabe fällig.

Pablo Held geht ins Publikum und befragt Kinder nach ihrem Namen, den die Musiker dann in Musik umsetzen.

Ein schönes Konzert von Pablo Held & Band zum Jahresabschluss, nicht nur für Kinder. Auch den Erwachsenen hat es sichtlich Spaß gemacht, hochwertigen Jazz von hervorragenden Musikern geboten zu bekommen.

Jazz hat in der Kölner Philharmonie einen festen Platz im Programm. Nicht nur zum Jahresausklang gab es Jazz, sondern auch das Neujahrskonzert bot Jazz aus Italien mit Stefano Bollani und Enrico Rava.

Nächster Termin mit Pablo Held in der Kölner Philharmonie : Pablo Held Trio, Enemy am 23.03.18 um 20 Uhr

https://www.koelner-philharmonie.de/veranstaltung/