Markus Stockhausen – Konstellationen |

Konzert zum 60. Geburtstag

Text: Uwe Bräutigam | Fotos: Jürgen Bindrim

Köln, 27.05.2017 | Der Trompeter Markus Stockhausen feiert mit musikalischen Wegbegleitern seinen 60. Geburtstag in der Kölner Philharmonie. Markus Stockhausen, der vielfach mit Preisen ausgezeichnet worden ist, gehört zu den wichtigsten Trompetenstimmen der Gegenwart.

„Markus Stockhausen hat die Gabe, seine Trompete in Sphären aufsteigen zulassen, die außer ihm nur wenige beganadete Bach-Interpreten erreichen,“ so die Jury bei der Preisverleihung des JTI Trier Jazz Award.

Zu seinem Geburtstagskonzert hat er neben seiner Lebensgefährtin, der Klarinettistin Tara Bouman, den Pianisten Florian Weber, den Gitarristen Ferenc Snètberger, den Bassisten Arild Andersen und den Schlagzeuger Patrice Hèral eingeladen.

Mit Florian Weber, mit dem Markus Stockhausen das Duo Inside Out bildet spielt erseit 2008 zusammen. Letztes Jahr erschien bei ECM ihre vielbeachtete CD Alba.

Mit der Klarinettistin Tara Bouman bildet er ebenfalls ein Duo, das den Namen Moving Sounds trägt. Das Duo widmet sich besonders der meditativen Seite der Musik und tritt mit Vorliebe in Kirchen auf.

Ein weiteres Duo bildet Markus Stockhausen 1999 zusammen mit dem ungarischen Gitarristen Ference Snètberger.

Den norwegischen Bassisten Arild Andersen hat Markus Stockhausen bei einem Konzert in Athen kennengelernt. Die beiden verstanden sich sofort. „ Bis heute besitzt Arild den Bass-Sound überhaupt. Ich kenne keinen schöneren und voluminöseren Bassklang."

Den französischen Schlagzeuger Patrice Hèrald lernte auch in dieser Zeit kennen. Gemeinsam mit Andersen und Hèrald veröffentlichteer im Jahr 2000 bei ECM die CD Kartà, mit dem Gitarristen Terje Rypdal. Mit den beiden Musikern bildete er das Trio MAP, aus Anfangsbuchstaben der Vornamen gebildet.

Mit diesen Musikern, in unterschiedlichen Konstellationen, so auch der Titel des Konzerts, bestreitet er den langen Abend in der Philharmonie.

Markus Stockhausen am Flügelhorn und Tara Boumann an der Klarinette sorgen für den stimmungsvollen Konzertbeginn. Beide bewegen sich langsam von gegenüberliegenden Bühneneingängen spielend auf die Bühne zu. Lange getragene Töne, geben dem Auftritt fast etwas Sakrales.

Dann spielt das Trio MAP. Patrice Hèral schlägt die Trommeln mit den Händen und Ference Snètberger setzt mit einer temporeichen Gitarre ein. Markus Stockhausen spielt seine Trompete mit elektronischer Verstärkung und erzeugt einen langen Echohall.

Nun kommt der Pianist Florian Weber hinzu. Im vierten Stück Choral for JEB (Joachim Ernst Berendt), wird die “Markus Stockhausen Geburtstagsband“ mit dem Bassisten Arild Andersen vervollständigt. Diese Bandkonstellation ist eine Premiere, Andersen hat mit diesen Musikern noch nie zusammengespielt. Eine große französische Jazzzeitung hat Andersen zum besten Bassisten Europas gewählt und er macht dieser Auszeichnung alle Ehre. Das Duett mit dem Schlagzeuger Patrice Hèral gehört zu den Höhepunkten des Konzerts. Ebenso seine eigene Komposition Bass Wave. Arild Andersen hat einen phänomenalen Sound. Für dieses Stück zieht sich Tara Bouman zurück, es sei ihr nun zu jazzig, meint Stockhausen dazu.

Eine andere herausragende Komposition eines Mitspielers ist Mona von Patrice Hèral. Es ist aus der Beobachtung seiner Tochter Mona entstanden, die als Kind gerne auf allen möglichen Gegenständen trommelte. Für Markus Stockhausen ist es eines der schönsten Stücke, die er je gespielt hat.

Markus Stockhausen und seine Freunde spielen in unterschiedlichen Besetzungen. In der Ballade There is always hope spielt die ganze Band. Das Stück hat ein schönes Bassintro. Ein stimmungsvolles meditatives Stück spielt das Duo Tara Bouman und Ference Snètberger mit dem Titel Quiet.

Bei einigen Stücken verändert Stockhausen mittels Elektronik seine Trompete oder sein Flügelhorn, meist mit Hall und mit Echoeffekten. Das Stück Open Space ist ein durchgängig elektronisch geprägtes Stück, zu dem Florian Weber auch Keyboard spielt. Im Stück Yahoo zeigt Patrice Hèral seine Fähigkeiten als Klangkünstler, der neben dem Schlagzeug seine Stimme als Instrument einsetzt.

In diesem über drei Stunden langen Konzert schütten Markus Stockhausen ein Füllhorn an Musik aus. Es entstehen viele schöne Momente voller Innigkeit und Brillanz.

Und mit der Zugabe kommt dann das nachträgliche Geburtstagsständchen für Markus Stockhausen, der am 2. Mai 60 Jahre alt geworden ist. Die Musiker spielen das Lied an und das ganze Publikum singt für den herausragenden Trompeter ein Happy Birthday. Dieser Gratulation möchte sich NRW JAZZ anschließen.