Soul & Jazz Night mit Bruno Müller & Friends |

Gelungener Abend

Text & Fotos: Ingo Marmulla

Herten, 03.12.2017 | Freitag Abend, 20 Uhr, ein gut gefülltes Hertener Glashaus erwartet den angesagten Kölner Gitarristen Bruno Müller mit seinen „Friends“. Die musikalischen Mitstreiter an diesem Abend sind Lutz Krajenski an der Hammond-Orgel, Maze Meusel am Schlagzeug und Stefan Abel am Tenorsax. Alle vier Musiker kennen sich aus verschiedenen Formationen, zuletzt waren sie gemeinsam in der Band des zu früh verstorbenen Roger Cicero. Bruno Müller hat in seiner Gitarristen-Laufbahn schon viele namhafte internationaler Stars begleiten können, u.a. seien Nils Lundgren, Don Grusin, Randy Brecher, Sarah Conner, Max Mutzke oder Till Brönner genannt. Von 2007 - 2014 tourte er mit Mezzoforte durch die Welt und hatte an mehreren CD-Einspielungen Anteil. Diese Liste von Musiker verdeutlicht auch Bruno Müllers musikalischen Schwerpunkt: grooviger, bluesiger, fusion-orientierter Gitarren-Jazz.

Schon bei der ersten Klängen der Band ist man an Aufnahmen der Crusasders, an die Alben von Lee Ritenour, oder in noch viel stärkerem Maße an Larry Carlton erinnert. Und Bruno Müller macht seine Sache gut. Souverän gestaltet er seine ausgiebigen Soli, die sehr bluesbeseelt, filigran und immer geschmackvoll daher kommen. Auch lässt er seinen Mitmusikern viel Freiraum und unterhält nebenbei das Publikum mit seinen sympathischen Ansagen. So nimmt er alle Anwesenden Zuschauer mit auf seine Jazz & Soul - Guitar Tour.

Die Musik des Abends ist überwiegend dem neuen Album "Inner Back Home" entnommen, aber auch ältere Songs werden zu Gehör gebracht:

"Down Hill" (geht auf einen Winterurlaub zurück), "Eighties" ("ein Jahrzehnt in dem die Musik überwiegend noch handgemacht war …") oder das balladeske "Lullaby vor 3Bs" (eine Komposition für Brunos drei Kinder, deren Vornamen allesamt mit "B" anfangen). In dieser Komposition spielt er Konzertgitarre, für mich vielleicht das schönste Stück an diesem Abend. Auch die Band als Ganzes überzeugt. Stefan Abel spielt souverän und stilsicher, manchmal ist man an Ernie Watts erinnert, das Schlagzeug mit seinem erdigen Drive bildet die rhythmische Basis für die gemeinsame "Reise", die harmonisch virtuos durch Lutz Krajenski an den Tasten untermalt wird. Vor dem Konzert erzählt mir Bruno Müller einiges zum Programmablauf: „Als Zugabe habe ich ein Stück von Joe Sample geplant: My Mama told me so.“ Mit ihm gemeinsam stand Bruno Müller schon auf der Bühne. Bei Müllers Studio-Aufnahme dieses Stückes wollte Sample ursprünglich mitspielen… Man kann meinen Konzertbeschreibungen schon entnehmen, dass das Publikum der Band wiederholt begeisterten Applaus schenkte.

Bedanken darf man sich auch beim Veranstalter Frank Eickmann, der dieses Konzert weitestgehend selbständig organisiert hat. Mit Bruno Müller befreundet, war ihm kein Risiko zu groß, dieses Konzert auf die Beine zu stellen. Das ist ihm gelungen, das Publikum ist voll auf seine Kosten gekommen, der Band konnte man das freudige Spiel ansehen … Wirklich, ein schöner Abend!