Festivals in NRW

Hildener Jazztage |

Greetje und Gjertrud als besonderer Stimmklang am Feiertag

Text: Vera Marzinski | Fotos: Vera Marzinski

Hilden, 26.05.2016 | Zwei Bläser, Schlagzeug und Piano – und dazu ganz viel Swing. „Echos of Swing“ lassen traditionellen Jazz ganz frisch erklingen und das mit sichtbarem Spaß an der Musik. Bei ihnen klingt nichts so, wie man es kennt, aber dennoch erkennbar. Und mit einer swingenden Leichtigkeit, die das Gemüt beschwingt. Das gefiel den Gästen im Open-Air-Ambiente des Parks, die Musik und Sonnen genießen konnten. Colin T. Dawson (Trompete/Vocals), Chris Hopkins (Alto Saxophon. Bernd Lhotzky (Piano) und Oliver Mewes (Schlagzeug) präsentierten natürlich auch Stücke aus ihrer neusten CD „Dancing“. Mit fünf Damen ging es temperamentvoll und mitreißend weiter. „Lines for the ladies“ – ein reines Frauenquintett. Sabine Kühlich und Anne Czichowsky wollten auch mal direkt mit den Vorurteilen wie Stutenbissigkeit und Streitigkeiten gegenüber Frauenbands aufräumen, betonten die beiden. Das nahmen sie mit „Bijou“ – ein Stück bei dem es darum geht wer die schönste Tänzerin von Istanbul sei – musikalisch sehr schön auf die Schippe. Und das mit klassischem Jazzgesang, der aus Swing und Scat besteht. Und sie hatten gemeinsam mit der aus Californien stammenden Bassistin Kirstin Korb und Laia Genc am Piano „Always something to celebrate“. Mit besonderem Stimmklang alle vier – das konnte nur noch Greetje Kauffeld toppen. Sie entführten im Quintett auf die „Route 66“. Dass die fünf hochkarätigen Damen mehr als nur singen können, spürt man sofort. Sie komponieren, improvisieren, arrangieren - und interagieren in grandiosem Zusammenspiel. Ob „Idle Moments" von Duke Pearson oder „Killer Jane“ (eigentlich „Killer Joe"), die Improvisations- und Experimentierfreude steckt in jedem Stück. Perfekter straight ahead Jazz! Mit Ray Charles und Herb Ellis sang sie, Frank Sinatra war ihr Vorbild und: sie hat nicht nur eine besondere Stimme sondern auch ein Charisma, das sofort das Publikum packt.

Stimme und Charisma – auch Gjertrud Lunde hat dies. Auf eine ganz andere Art. Wie eine nordische Elfe schwebt sie im weißen Gewand mit einer brennenden Kerze durch das Kirchenschiff der Reformationskirche in Hilden. Sphärische Klänge der E-Gitarre von Florian Zenker dazu. Mit norwegischen Volksliedern und eigenen Kompositionen nimmt Gjertrud Lunde mit in eine andere Welt. Impressionistische Klanggemälde zeichnet sie. Sanft und melancholisch. Aber auch in Richtung Fusion driftet das Klangspektrum des Gjertrud Lunde Quartetts ab. Elektronische Sounds von Zenker, perlende Pianoläufe von Wolfert Brederode auf dem Flügel und Percussionist und Schlagzeuger Bodek Janke findet immer den richtigen Rhythmus dazu. Es sind Lieder über Heimreise und Heimkehr. Eine Reise gegen den Sonnenaufgang gehört auch dazu. Die Melange aus Jazz, Klassik, Pop und Weltmusik überschreitet künstlerische, stilistische und nationale Grenzen. Einfach zeitlose Musik. Nach dieser stimmungsvollen Reise mit zarten Klängen und groovigen Beats bieten „ROMI“ – Roman Babik (Keyboard) und Mickey Neher (Schlagzeug und Gesang) - in der Gottschalksmühle an diesem Abend den krassen, aber nicht minder beeindruckenden Gegensatz. Fette, satte Sounds und zwei, die mit viel Spaß ihre Musik zelebrieren. Die ist eine Mischung aus Rhythm and Blues, Soul, Funk und vielen Jazz-Effekten. Ein grandioser Abschluss mit gewaltig mitreißender Musik.

www.echoes-of-swing.de

www.linesforladies.com

www.greetjekauffeld.nl

www.gjertrud-lunde.de

http://romi-music.com

www.hildener-jazztage.de