Kommunikation 9 |

MetamophOhren - Klangverwandlung einer Großstadt

Text & Fotos: Uwe Bräutigam

Köln, 30.09.2016 | Der Schlagzeuger Jens Düppe begibt sich mit einem Aufnahmegerät als Soundsucher zum Kölner Hauptbahnhof und sammelt Stadtklänge, begleitet wird er von dem Maler Walter Padao, der seine Eindrücke in kleinen Skizzen festhält. Die beiden begrüßen per Skype das Publikum im Kölner Literaturhaus. Dorthin senden sie auch ihre Klänge und Bilder. Die Bilder werden an die Wand projiziert und die Soundartistin und Computermusikerin Eva Pöpplein verarbeitet die Klänge zu einem Soundscape. Von diesen Klängen und Bildern lässt sich der Lyriker Hendrik Jackson zu Gedichten inspirieren und liest diese dem Publikum vor.

Das Publikum im Kölner Literaturhaus hört also Stadtklänge, sieht die projizierte Bilder und erlebt die Lyrik, die daraus erwächst. „MetamorphOhren“ ein multimediales Verwandlungsereignis aus der Reihe Kommunikation 9.

Jens Düppe hat die Reihe bewusst als „innovative Improvisation“ von Künstlern aus unterschiedlichen Bereichen angelegt. Und dieses Genreübergreifende macht auch den Reiz der Kommunikation 9 Reihe aus.

Jens Düppe, sammelt Klänge rund um den Kölner Hauptbahnhof, einfahrende Züge, Kinderrufen, Geräusche aus dem Supermarkt und auch die Wasserspülung der Toiletten werden zu Klangspendern.

Die Klangkünstlerin Eva Pöpplein aus Köln, sitzt auf der Bühne des Literaturhauses und bedient die verschiedenen Regler ihres Soundboards und mischt aus Düppes Rohmaterial eine spannende Großstadt Soundscape. Ihr gelingt es aus den Geräuschen eine musique concrete zu komponieren.

Die skizzenhaften Bilder des in Düsseldorf lebenden Malers Walter Padao bringen visuelle Eindrücke mit in das Literaturhaus.

Hendrik Jackson, in Düsseldorf geboren und in Berlin lebend, ist mit seinen Worten der “Sinngeber“. Er hat sich nur ein paar Stichworte gemacht und lässt sich dann von den direkten Eindrücken leiten. Hier ein paar Zeilen, die er ad hoc verfasst hat und die wunderbar die Klangbilder von Eva Pöpplein und die Skizzen von Walter Padao in Sprache umsetzen:

„Ich lerne die Sprache der Stadt. Wie flach muss die Stadt sein, damit ich ihr plan werde?

ich werde auseinandergefaltet von Bildern die die Stadt in mich hinein vervielfacht, Fach für Fach

ich lausche meinem eigenen Vergessenund lese im Gang durch durch die Stadt die Vergangenheit

ich ziehe Spuren um die Häuser und erwirke ein Dickicht dem Code der Stadt auf der Spur. alle missverstehen sich

manchmal bin ich mir selbst spinnefeind, ich ziehe ein Netz aus Bezügen so dicht, dass ich fast ersticke

Eine Lyrik Lesung, wechselnde Bilder und Klangkunst. Stimmungsbilder einer Großstadt – Verwandlung und Improvisation im Moment. Das Publikum ist erfüllt von Eindrücken auf allen Sinnesebenen.

Wir dürfen auf die nächste Veranstaltung in der Reihe Kommunikation 9 gespannt sein, sie findet am 8.10. im Haus der Architektur Köln statt.

Infos: Jens Düppe: www.jensdueppe.de

Walter Padao: www.padao.de

Eva Pöpplein: http://merzougamusic.com/

Hendrik Jackson: http://www.lyrikkritik.de/