Next Generation Jazz – Do You Rough It? |

Just Another Foundry/ Jonathan Hofmeister Quartett

Text & Fotos: Uwe Bräutigam

Köln, 22.09.2016 | Zwei Bands mit sieben Musikern, die alle in Köln leben und dort zur jungen Jazzszene gehören geben im Alten Pfandhaus ein Doppelkonzert. Alle Musiker spielen noch in vielen verschiedensten Formationen in und um Köln.

Die erste Band ist das Trio Just Another Foundry, Jonas Engel - Saxophon, Florian Herzog - Bass und Anthony Greminger - Schlagzeug. Sie haben in Avignion den “Tremplin Jazz Award” 2016 gewonnen. Obwohl noch keiner der drei Musiker älter als 26 Jahre ist, haben sie sich alle schon einen Namen gemacht. Die Musik des Trios ist experimentierfreudig und vielfältig. So sind das Stücke wie “Low Key“ oder „Dem Anton sein Ludwig“ melodiöse Balladen. Die erste wird mit einem langen Bass/Saxophon Duett eingeleitet und die zweite mit einem schönen Bassintro. Andere Stücke haben wilde Saxophonparts, die Bass und Schlagzeug begleiten. Spannende Harmonien und Rhythmuswechsel sorgen immer wieder für unerwartete Wendungen. Die Musiker wagen sich manchmal weit hinaus, aber ohne sich zu verlieren. Insgesamt, trotz “trashiger Anteile“, tragen die Melodielinien die Musik der Band. Eine spannende Mischung von melodisch und freakig. Besonderes Augenmerk wird dem Schlagzeuger Anthony Greminger zuteil, für ihn ist es das Bachelorkonzert. Jonas Burgwinkel, Dieter Manderscheid und Hendrik Soll saßen im Publikum um ihn zu begutachten.

Die zweite Gruppe des Abends ist das Jonathan Hofmeister Quartett, Matthew Halpin - Tenorsaxophon, Jonathan Hofmeister - Piano, David Helm - Bass und Fabian Ahrends - Schlagzeug. Auch hier lauter bekannte Namen der jüngeren Kölner Szene. Der irische Saxophonist Matthew Halpin ist der jüngste Zugang in Köln, er lebt erst seit einundeinhalb Jahren hier. Sein Tenorspiel ist ein herausragendes Element der Band. Sein warmer weicher Klang und seine herausragenden Soli prägen den Sound der Band sehr. Während Just Another Foundry eine Band ohne Piano sind, spielt hier das Piano eine große Rolle, der Pianist Jonathan Hofmeister ist schließlich der Bandleader. Sein Pianospiel hat viel luftige Leichtigkeit. Die Kompositionen von Hofmeister verarbeiten unterschiedliche musikalische Einflüsse, auf die er auch während seines einjährigen Aufenthalts in Paris gestoßen ist. Auch für ihn ist Konzert sein Bachelorabschluss. Das Quartett zeigt großartiges Zusammenspiel und immer wieder spannende Soloimprovisationen der einzelnen Musiker. Straight Ahead trifft auf Offenheit.

Das Publikum, viele junge Leute aus der Uni, ist auf seine Kosten gekommen, die beiden Bands haben junge Musik geboten fern ab von Jazz-Klisches. Next Generation Jazz.

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