Body & Soul |

​21. HILDENER JAZZTAGE:

Hilden, 22.03.2016 | Die Schönheit des Klangs zelebrieren, seinen Gefühlen spontan Ausdruck verleihen, in gegenseitiger Wertschätzung einander zuhören – das ist Jazz. Jazz unterscheidet nicht nach Hautfarbe, Religion, Alter oder Geschlecht, sondern verbindet Menschen durch die gemeinsame Liebe zur Musik. Wie die UNESCO anmerkt, ist Jazz in all seiner Freiheit eine ideale Verkörperung der Kultur, die immer wieder neue, scheinbar fremde Einflüsse aufgreift. In diesem Sinne versteht auch Peter Baumgärtner, künstlerischer Leiter der 21. Hildener Jazztage, das diesjährige Festival „Body & Soul“ als nachdrückliches Plädoyer für Weltoffenheit und Toleranz:

„Im Juni letzten Jahres durften wir gemeinsam mit einem begeisterten Publikum unser 20-jähriges Jubiläum feiern“, so Baumgärtner. „Während der letzten zwei Jahrzehnten standen in Hilden Künstler aus den unterschiedlichsten Ländern auf der Bühne, inspirierten sich gegenseitig und es entstanden oft magische Momente. Gerade in Zeiten wie diesen sollten wir uns daran erinnern, dass Einflüsse anderer Kulturen immer eine Bereicherung sind, nicht nur im Jazz.“

Für die 21. Hildener Jazztage haben die Organisatoren erneut internationale Stars, erfolgreiche Newcomer und Größen der heimischen Jazzszene eingeladen – eine hochspannende Mischung, die als Markenzeichen des Festivals Musikgenuss auf höchstem Niveau garantiert. Konzerte von Musikern aus der besonders lebendigen und kreativen Jazzszene in NRW spielen in diesem Jahr eine tragende Rolle. Der folgende Programmüberblick zeigt, auf welche Konzerte sich die Besucher freuen dürfen. Ein Highlight ist der Auftritt des afrikanischen Sängers und Bassisten Richard Bona im Rahmen der „International Jazznight“:

Dienstag, 24. Mai

Traditionell eröffnet wird das Festival mit einem Sonderkonzert um 20 Uhr im Kunstraum Gewerbepark-Süd an der Hofstraße 64. Passend zur laufenden Kunstausstellung „Shakespeare Sonette“ präsentiert die belgische Pianistin und Sängerin Caroll Vanwelden mit ihrem Quartett das Projekt „Shakespeare Sonnets 2“. “

Mittwoch, 25. Mai

Im Focus dieses Konzertabends steht die Jazzszene in NRW. Ab 19.30 Uhr bieten drei Formationen im Heinrich Strangmeier Saal der Musikschule Hilden an der Gerresheimer Straße 20 Kostproben ihrer Klangkunst dar. Den Anfang machen Pianist Rainer Böhm und Gitarrist Norbert Scholly mit subtilem Kammerjazz, gepaart mit Swing, Groove, Transparenz, Eleganz und Raffinesse – lyrisch, erzählerisch, strahlend in jedem Ton.

Anschließend ehrt der Pianist Martin Sasse gemeinsam mit Marcus Bartelt am Baritonsaxofon die Jazzlegende Thelonious Monk. Seine Kompositionen sind für Jazzmusiker immer eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Voller Spielfreude und Lust am musikalischen Zwiegespräch präsentieren die beiden Musiker ihre Sicht auf Monks Klangkosmos.

Den Abschluss des Abends gestaltet das Jens Düppe Quartett mit Jens Düppe am Schlagzeug, Frederik Köster an der Trompete, dem Pianisten Lars Düppler und Christian Ramond am Bass.

Donnerstag, 26. Mai

Mit Jazz im Park, traditionell einer der beliebtesten Acts der Hildener Jazztage, startet der dritte Festivaltag um 15 Uhr im „Wohnstift Haus Horst“ an der HorsterAllee 12. Los geht’s mit zwei Bläsern, einem Pianisten und einem Schlagzeuger – das Quartett „Echoes Of Swing“ präsentiert ihr aktuelles Album „Dancing“.

Frauenpower ist für etwa 17.30 Uhr angesagt: Bei „Lines for Ladies“, dem temperamentvollen und mitreißenden Programm eines reinen Frauenquintetts, treffen mit Sabine Kühlich und Anne Czichowsky erstmals zwei preisgekrönte Vollblutsängerinnen aufeinander, musikalisch bereichert durch die virtuose Pianistin und Sängerin Laia Genc. Im kongenialen Zusammenwirken mit Kristin Korb (Kontrabass und Gesang) und der phantastischen Sheila Jordan laden die Ladies ihr Publikum ein auf einen beseelten Trip zurück in die Bebop-Nachtclubs der 50er Jahre in New York.

In der Reformationskirche an der Marktstraße nimmt die norwegische Vokalistin Gjertrud Lunde ihre Zuhörer ab 19 Uhr mit auf eine entspannte Reise hin zu Folk-Rhythmen, umhüllt ihn mit impressionistischen Klanggemälden und groovigen Beats. Musikalische Reisebegleiter sind der Pianist Wolfert Brederode aus den Niederlanden, der deutsche Gitarrist Florian Zenker, bekannt für seinen kreativen Einsatz elektronischer Effektgeräte, sowie der polnische Schlagzeuger und Perkussionist Bodek Janke, einer der vielseitigsten Trommler der europäischen Jazz-und Weltmusikszene.

Ab 20.30 Uhr heißt es in der Gottschalksmühle, Mühle 64 einfach nur ROMI.Das Projekt von Romab Babik (Keyboards) und Mickey Neher (Drums, Vocals)klingt wie eineBig-Band auf 3 Quadratmetern.

Freitag, 27.Mai

Im QQTec an der Forststraße 73 finden unter dem Titel „QQJazz“ regelmäßig herausragende Konzerte nationaler und internationaler Künstler statt. Hier tritt um 19.30 Uhr das Kölner „Conrad`s Quintett“ auf, eine junge Formation um den BassistenConrad Noll, dessen Kompositionen wunderschön zweistimmig von den beiden Bläsern David Heiss (Trompete) und Daniel Filbert (Tenorsaxophon) interpretiert werden.

In Hilden teilt Alita Moses sich die Bühne ab 21 Uhr mit den drei hochkarätigen Musikern Walter Fischbacher (Piano), Petr Dvorský (Bass) und Andy Winter (Drums).

Jazzige Arrangements moderner Pop-Stücke, mehrstimmiger Gesang, eine pure, unverfälschte akustische Soundfülle – das Quintett „Acoustic 5“ bietet im „Blue Note“ an der Klotzstraße 22 ab 22.30 Uhr echte „Handmade-Musik“ ohne technische Effekte. Präzision, Konzentration auf das Wesentliche, die einfühlsamen Stimmen der beiden Sängerinnen Claudia Fischbacher und Sandra Reinbott sowie die besondere Instrumentalbesetzung kennzeichnen den unverwechselbaren Sound der Formation: Uwe Kuhlmann (Jazz- und Silent-Guitars), Maik Rotthaus (Percussion/Drums) und Claus Winstermann (Fretless-Bass) bringen eine spürbare Leichtigkeit, fantastische Grooves, atemberaubende Solo-Passagen und eine unbändige Spielfreude auf die Bühne.

Samstag, 28.Mai

Der „Blue Monday“, die Hildener Veranstaltungsreihe, bei der alle 14 Tage Musiker der „Jazzszene NRW“ und internationale Gastmusiker unter Axel Fischbacher Konzerte geben, feiert 10-jähriges Jubiläum! Grund genug, das daraus entstandene Projekt und die Produktion „The World is not a Disc - Fabry-Suite“ zum Beginn der „International Jazznight“ um 19.30 Uhr in der Stadthalle Hilden am Fritz-Gressard-Platz 1 zu präsentieren.

Hier gibt es Ungewöhnliches zu hören, denn diese achtköpfige Band ist neben traditionellen Jazzinstrumenten, wie Gitarre, Kontrabass, Tompete, Saxophon und Posaune, mit Alphorn, Samplemaschine und 3 Drumsets besetzt. Die Drummer, Ulf Stricker, Steve Grant und der künstlerische Leiter des Festivals, Peter Baumgärtner, der Gitarrist Axel Fischbacher, André Nendza am Bass, der Schweizer Saxophoniste Christoph Grab, Matthias Bergmann - Trompete und Flügelhoren sowie der Posaunist Thorsten Heitzmann spielen Kompositionen, die sich mit der Musik des Frühbarock, also mit Komponisten wie Haßler, Prätorius und Sweelinck auseinander - ohne dass Axel Fischbacher als Ideengeber sein eigentliches “Spielfeld“, den zeitgenössischen, improvisationsbetonten Jazz, verlässt

Ab ca. 21.15 Uhr ist dannangerichtet für den Topact des Festivals, den Sänger und Bassisten Richard Bona mit seinem Projekt Mandekan Cubano. „Seit vier Jahren bemühen wir uns, diesen Ausnahmemusiker für die Hildener Jazztagen zu verpflichten. In diesem Jahr ist es nun endlich gelungen – daher freue ich mich auf sein Konzert ganz besonders“, so Baumgärtner.

Fans nennen den in Kamerun geborenen Vollblutmusiker ehrfürchtig den "afrikanischen Sting", er arbeitete bereits mit zahlreichen Größen des Jazz und der Weltmusik wie Manu Dibango, Salif Keita, Joe Zawinul, Chick Corea oder Pat Metheny zusammen. Sein scheinbar müheloser Gesang, seine Gabe, eine elektrisierende Verbindung mit dem Publikum herzustellen sowie seine schier unfassbaren Fähigkeiten am Bass machen ihn zu einem Ausnahmekünstler, der weit über die Grenzen des schwarzen Kontinents hinaus Hochachtung genießt. In seiner Musik, einer durchweg tanzbaren Mixtur aus Jazz und Ethno, finden sich immer auch afrikanische Rhythmen – Richard Bona bleibt seinen Wurzeln treu und singt sogar einige Songs im Dialekt seiner Heimatstadt Douala. Auf den Einwand, dass diese Sprache doch kaum jemand verstehe, entgegnete er: „Ich erinnere mich, dass ich als Zehnjähriger europäische Klassik hörte, Mozart zum Beispiel. Natürlich habe ich die Arien nicht verstanden, aber die Musik sprach zu mir. Musik braucht keine Übersetzungen.“

Infos unter www.hildener-jazztage.de