CD-Besprechung

Denis Gäbel |

Ronda

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Köln, 28.02.2016 | Es gibt wohl keinen anderen Tenorsaxofonisten in Deutschland, der so konsequent und erfolgreich über einen langen Zeitraum an seinem Sound gearbeitet hat wie Denis Gäbel. Das demonstriert er schon mit den ersten Tönen der CD und des Titelstücks „Ronda“, a capella, muskulös, ausdrucksstark, individuell, bevor seine Band einsetzt und die titelgebende andalusische Bergstadt musikalisch interpretiert. Die zweite seiner vier Eigenkompositionen, „Eternal Shadows“, bietet spannende Tempowechsel und wird zu einem Swinger für die gesamte bestens besetzte Band, mit kreativem Solo von Pianist Sebastian Sternal und mitreißendem Rhythmus von Bassist Martin Gjakonovski und Schlagzeuger Silvio Morger. „Piedi di Carta“ ist eine Ballade, die Gäbel stimmungsvoll auf dem Sopransaxofon über zurückgenommener Begleitung der Band spielt. Gjakonovski hat Gelegenheit zu einem gelungenen Solo der wohlgesetzten tiefen Töne. Für „Stoner“ schließlich greift Gäbel wieder zum Tenor und inspiriert die Band zu einer Interpretation voller Drama und Dynamik. Nach gut 30 Minuten ist die EP-CD schon zu Ende und macht Appetit auf mehr. Aber das gibt es zunächst nur live.

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