Den eigenen Weg finden |

Caroline Thon im Gespräch über Kunst und Lebenserfahrung

Text: Stefan Pieper | Fotos: Gerhard Richter

Köln, 29.09.2015 | Soeben hat Caroline Thon mit ihrem Thoneline Orchester mit viel Resonanz den Stadtgarten bespielt. Im Oktober kommt jetzt die aktuelle, zweite CD „Black and White Swans“ mit dem Thoneline Orchestra raus. Ganz groß im Rampenlicht stand im Sommer das von ihr ins Leben gerufene internationale Projekt Eurasians Unity in Kooperation mit dem Festival "Women in Jazz" . Dafür gab es Deutschlands wichtigsten Weltmusik-Preis, nämlich den RUTH beim Tanz- und Folkfest Rudolstadt. Außerdem ist Caroline Thon mit ihrem Quintett Poatchwork ständig unterwegs. Für ihren Broterwerb macht diese vielseitige Künstlerin aber noch etwas ganz anderes: Seit 25 Jahren arbeitet sie als Tontechnikerin beim DLF. Sie hält diese Zweigleisigkeit für ein sehr ausgewogenes Lebensmodell, das sie allen jungen Musikerinnen und -musikern nur weiterempfehlen kann. In einem langen Gespräch erzählte die Saxofonistin von ihrer Kunst, aber auch den vielen Erfahrungen mit dem Musikbetrieb.

Black and white swan

Caroline, erzähl doch erstmal über die aktuelle Produktion!

Das Titel-Stück unserer neuen CD „Black an White Swan“ ist enstanden, als ich zwei Zeitungsmeldungen auf einer Seite gelesen habe - und das eine war zu der Zeit , wo ein Obdachloser aus LANGEWEILE ermordet worden. Gleichzeitig habe ich von einem sardischen Familienvater gelesen, der ist als Friedensaktivist nach Palästina gegangen, hat dafür seine Frau und seine kleinen Kinder zurück gelassen um zu helfen. Und dann ist er von einem radikalen Zweig der Hamas ermordet worden. Sein Spitzname war „Utopia“, ihm ist das Stück gewidmet und deswegen schreit der zu dieser Komposition eingeladene Heavy-Metalsänger Markus Weckermann (für mich eine großartige Entdeckung übrigens) auch mehrfach UTOPIA

Und da habe ich gedacht, das ist ein und die gleiche Spezies Mensch und damit bin ich nicht klar gekommen, da ist mir auch dieser scheinbar scharfe Kontrast aufgefallen. Ich war total verzweifelt. Es ist immer schwierig, mit so etwas klar zu kommen, wenn man idealistisch veranlagt ist.

Mein Lieblingsdichter Peter Rühmkorf sage einmal „Bleib erschütterbar und wiederersteh“. Und das möchte ich in meinem kleinen Rahmen irgendwo auch mit meiner Musik bewirken. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und ich finde es schlimm, wenn die Leute dicht machen emotional.

Weiter berührbar sein und trotzdem den Boden nicht verlieren, darum geht es.

Zudem kommt wohl auch, das wenn man für einen Radiosender arbeitet, man mehr mitbekommt und daher auch politisch vorbelastet und auch sehr interessiert, sonst würde man ja diesen Job nicht wählen.

Wir haben beim Releasekonzert im Stadtgarten mit dem Filmteam von Klangmalerei-TV einen aktuellen Konzert-Teaser gedreht. Neu war die Zusammenarbeit mit der luxemburgerischen Künstlerin Chantal Maquet, die an dem Abend drei der Kompositionen mit Live-Painting illustriert hat, eine äußerst gelungene Aktion.. Ich habe immer schon dazu geneigt, Programmmusik zu machen. Es geht immer um Themen, die mich berühren, dafür muß ich selbst gar nicht persönlich betroffen sein, aber weil ich ja Bürger dieser Welt bin und mich mit vielem verbunden fühle beschäftigt mich das entsprechende Thema gerade.

Innerlich aufschreien

Wie übersetzt Du all diese Emotionen und Gedanken in Musik?

Es geht auf eine körperliche Ebene, die vom Kopf erst mal weg geht. Ich finde es gut, wenn der Kopf mal die Klappe hält. Dann habe ich oft das Gefühl, ich habe viel mehr Kontakt zu mir selbst, zu anderen Ebenen, auch nach draußen. Die Verbundenheit ist dann mehr da. Ich versuche dies auch durch tägliche Meditation aufrecht zu erhalten. Da geht es darum, diesen Zustand zu etablieren! In unserer hiesigen Gesellschaft gibt es doch fast nichts Anspruchsvolleres, als einfach nur „zu sein“, oder?

Bei „Black & White Swan“ habe ich innerlich geschrien, deswegen habe ich zu diesem Stück auch einen Heavy Metal Sänger eingeladen. Ich habe ihn gesehen, wie er als Gastsänger mit dem Cologne Contemporary Jazz Orchestra das Slayer-Programm mitgemacht hat. Da dachte ich, das ist genau die Stimme, die das, was ich hier meine und empfinde, ausdrücken kann. Er artikuliert, wie ich innerlich geschrien habe. Für die CD –Produktion habe ich ihm keine Noten vorgelegt, sondern ihm erklärt, was er sich bei den entsprechenden Stellen vorstellen soll, z.B.“Du siehst wie dieser sardische Familienvater gerade stirbt“ Und er schreit dann diesen Namen im Wechsel mit den Bläsern. Das sind regelrechte musikalische Attacken.

Je mehr Handwerk du hast, desto mehr kannst Du dich ausdrücken. Zum Glück habe ich mittlerweile mehr Erfahrung, um in die richtige Richtung zu forschen, also nach den Klängen, die eine bestimmte Empfindungslage braucht. Das man zum Beispiel die hohen Trompeten in enge Intervalle setzt und dann noch mit zwei Sopransaxofon doppelt, damit erreicht man eine sehr aggressive Schärfe im Klang. Also eben nicht das macht wie im klassischen Saxofonsatz, wo man zu viele kleine Intervalle meidet. Ich finde es klasse, wenn Konzepte gebrochen werden,aber man sollte in meinen Augen wissen, was man tut und das braucht seine Zeit.

Auch an die helle Seite denken

Also nur ganz viele schneidende expressive Klangwelten?

Zwar bei einigen Stücken aber es trifft nicht für das ganze Album zu. Es geht ja um den Gegensatz zwischen der dunklen und der hellen Seite!Aber nicht so, dass hier zwei Enden weit auseinander liegen, sondern dass dies beides ganz eng beieinander liegt und es oft nur Nuancen sind, die zum Wechsel führen. Und dass man vor allem nicht vergisst: Das eine ist bedingt durch das andere!

Was wäre denn die helle Seite in dieser Musik?

Ich habe ganz bewusst im Ablauf dieser CD als nachfolgendes Stück zu dem Kriegsstück „Black&White Swan“das Liebeslied Song for Robin Hood gesetzt. Es geht auf eine schöne Begegnung im Karneval zurück, den ich gerne feiere. Es ist aber auch eine allgemeine Hommage an Menschen, die trotz seelischer Blessuren die Herzen immer wieder für neuen Begegnungen öffnen, auch also um den Mut, sich wieder verletzbar zu machen. Ich denke aber auch an die Hörer, die sich nach so einer so brachialem Musik wie dem Titelstück auch mal erholen wollen. Dann verbraucht sich auch der Effekt. Was Zuviel ist Zuviel.

So etwas wie in klassischer Form? Diese Dialektik?

Es geht um das Verhältnis zwischen Konsonanz und Dissonanz. Es gibt ja Vergleiche von Kompositionen mit Bildern (z B. Rudolf Arnheim „Kunst und Sehen“). Das ist auch Black and White. Aber es geht auch bei dieser Ausgewogenheit darum, den Hörer nicht zu verscheuchen. Ich will ja berühren. Man kann die Ohren einladen und kitzeln. Deswegen habe ich die CD nicht mit dem heftigen Titelstück angefangen. Erstmal muss man das Publikum einladen. Umso mehr ist es bereit, etwas an sich heran zu lassen, umso mehr kann ich die Hörer erreichen…genauso wie man lieber ein Haus betritt, wenn man freundlich empfangen wird und sich willkommen fühlt!

Ich höre heraus, Du denkst an den Hörer...

Mir ist das nicht egal! Ich würde mich nicht dem Hörer unterordnen richten. Das kann ich nicht, das geht auch nicht – weil das ist in meinen Augen eine Sackgasse ist. Zumindest so lange man den Anspruch hat, künstlerisch unterwegs zu sein. Ich versuche aber grundsätzlich mit der Haltung zu leben: Wie geht es den anderen damit, was ich mache? Es ist wichtig, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen, gerade in der heutigen Zeit!

Musik zum Sehen

Integrierst Du andere Kunstformen auf der Bühne?

Das mit dem Livepainting ist etwas neues, da war ich sehr gespannt drauf. Der Kontakt mit Chantal Marquet ist etwas neues. Ich kenne zwar ein paar Arbeiten dieser Malerin, aber außer ein paar wenigen Anleitungen habe ich es ihr überlassen, was sie auf der Bühne macht und das hat sich voll gelohnt. Ich hatte bei ihr einfach ein gutes Bauchgefühl. Dies ist ein erster Versucht mit visuellen Elementen , d.h. das Publikum kann zusehen, zu welchen Bildern Chantal durch die Musik inspiriert wird. Grundsätzlich denke ich, braucht es viel Vorbereitung verschiedene Kunstformen, um auf der Bühne miteinander zu verbinden. Man kann sehen, ob das jemand nebenbei macht oder ob man sich vorher lange damit beschäftigt hat. Deswegen war das schon mit Risiko verbunden – aber es ist zum Glück belohnt worden!

Was kann man auf Musikbühnen noch Kreatives machen?

Ich denke zum Beispiel, dass man die Trennung zwischen Musikern auf der Bühne und Publikum auflockern könnte. Im Theater habe ich schon öfter erlebt, dass das Publikum um die Bühne drum herum sitzt, dass sich Zuschauer also gegenüber sitzen. Ich finde Theater sehr interessant. Man könnte zum Beispiel umgekehrt mal die Musiker in die Mitte setzen, so dass das Publikum sich drum herum befindet . wie z.B. im Alten Pfandhaus in Köln. Meine Musik entspricht ja eh nicht der klassischen Bigbandmusik. Ich habe ja auch nicht diesen typischen Werdegang und auch keine Bujazzo-Tradition. Ich habe Klassik studiert und erst später dann Jazz. Und das Szenische spielt bei mir beim Komponieren schon eine Rolle

Man muss aufgeschlossen bleiben.

Es geht ja schon mit der Haltung los. Ich würde mich unglaublich freuen, wenn jeder Musik machen würde. Ich mag diese Trennung nicht dort der „Künstler“, hier der (nicht-wissende) Rezipient. Ich glaube, das uns dieser elitäre Touch nicht gut tut. Oder vielleicht ist er ne Chance, endlich mal einen vernünftigen Verdienst zu kommen, das wäre natürlich auch nicht schlecht!

Hast Du noch Lampenfieber vor Publikum?

Ja klar, mehr, mal weniger. Adrenalin brauchst Du. Ohne das geht es nicht. Aber es ist ganz unterschiedlich.

Lebens- und Arbeitsbedingungen

Dass Du jetzt gerade als Tontechnikern im Sendestudio vom DLF sitzt deutet darauf hin, dass Du nicht einzig vom Jazz lebst?

Ich unterrichte ja nicht, obwohl ich manchmal als Dozentin eingeladen werde. Ich habe eine feste 50% Stelle mit Schichtdienst. Ich habe drei Studiengänge gemacht. Das war nicht immer einfach. Aber inhaltlich mag ich das sehr. Wenn Du nur Musiker allein bist, kannst Du auch ganz schön in Deiner Welt abdrehen, da habe ich Horror vor, das möchte ich nicht.

Also ist Dein fester Job ein guter Ausgleich und gibt Dir das Gefühl, woanders verankert zu sein?

Absolut. Und als Jazzmusikerin musst Du, wie so oft in der Selbstständigkeit Deinen Platz immer wieder neu erkämpfen. In meinem anderen Job habe ich die Regelmäßigkeit, gehe ins Funkhaus, bin die Tontechnikerin. Seit 25 Jahren bin ich bekannt und man schätzt meine Arbeit. Aber dann geh ich hier raus und bin dann nicht mehr Tontechnikerin. Das ist herrlich und sehr erholsam.

Bist Du dann, wenn Du dort arbeitest in dem Moment nicht mehr Musikerin und findest das auch erholsam?

Nee, das wäre jetzt gelogen. Zudem hat der DLF ja auch unsere 1. Bigband CD „Panta Rhei“ produziert und die war das offizielle Werbegeschenk vom dlf. Aber für mich steht der Job an erster Stelle, wenn ich im Funkhaus oder für den Funk unterwegs bin. Aber sonst nicht!

Wir sind hier ein gutes Team. Bei Musikproduktion kenne ich dann auch die „andere Seite“ sehr gut. Ich bekomme ein tieferes Bewusstsein für die Verantwortung, die Du hast, dass der Sound stimmt. Wenn bei Musikern die Technik nicht stimmt, ist das Horror, denn davon sind sie mehr oder weniger abhängig, je nach Genre mehr oder weniger, ich beziehe da das Thema Raumakkustik mit ein.

Wenn Du auch in der technischen Seite zuhause bist, gibt Dir dies eine andere Sicht auf den künstlerischen Prozess?

Ich weiß halt genau,wo die Fallen stehen , was es braucht, damit es noch besser werden könnte.

Wie findest Du die Jazzszene in NRW? Die Rahmenbedingungen?

Ich finde es schade dass viele kleine Clubs, die auf Musikerinitiative hin tierisch laufen und der Schmelztiegel sind, wie das „Stecken“ in Köln wegen irgendwelchen Scherereien wie Ordnungsamt dicht gemacht werden. Die Clubs sind der Nährboden der Szene. Was wollen die: Da spielen geile Leute für wenig Geld, das verdienen die Betreiber des Ladens am Umsatz mit. Da soll man das doch laufen lassen! Und wenn die Anwohner sich dann beschweren, kann man doch eine Lösung suchen. Ich glaube, das funktioniert doch ganz gut, wenn man es will. Man muss nur miteinander reden!

Generell finde ich den Zusammenhalt innerhalb „der Szene“ verbesserungswürdig. Da gibt es sowohl Befindlichkeiten zwischen den Spielstätten als auch immer wieder Scheu, Position zu beziehen seitens vieler Musiker und Musikerinnen.

Wie bewertest Du die Vergabepraxis von Spielstättenpreisen?

Ich bin da jetzt nicht so tief drin in diesem Thema. Aber was in meinen Augen diskutiert werden sollte, ist dass jemand, der in der Jury sitzt, sich selber einen Preis gibt. Ich meine, Preise können nie gerecht sein aber die Aussenwirkung solch einer Vergabepraxis sollte einem bewußt sein in meinen Augen

Die Szene kocht, aber wie davon leben?

Engagierst Du Dich in einer Initiative für Musiker?

Ja, ich war drei Jahre lang aktiv im Initiativkreis für freie Musik und auch im Programmausschuss der Musiknacht. Ich bin im Fachgremium des Bundesbigband-Archiv vom Deutschen Musikrat

Wo man wirklich was tun könnte, das ist langfristig Jazz Musiker abzusichern. Das Niveau und die Menge der Leute wird immer größer und die legen einen Idealismus an den Tag. Ich finde, die Szene in Köln z.B. kocht, da sind so tolle Leute. Aber wenn dann die Frage aufkommt, wie kann ich davon eine Familie ernähren oder wovon soll ich später mal leben...... ich denke da muss etwas passieren. Es wird ja auch gerade der Mindestlohn für Jazzmusiker diskutiert.

Wie siehst Du das?

Ich finde den Mindestlohn für Musiker richtig, wenn man den Spagat hinbekommt daß dann die Konzertengagements nicht weniger werden was uns wieder auf den Spielstättenpreis zurückbringt. Aber auch ein super Bereich ist für potentielle Sponsoren aus der Wirtschaft.

Ansonsten sage ich immer wenn man mich fragt, such Dir nen Job, der dich einigermaßen ernährt und der Dir nicht zu viel Kraft klaut. Damit Du künstlerisch frei bist. Das ist ja auch mein Modell.

Mach dich finanziell einigermaßen unabhängig. Oder entscheide Dich bewusst dafür, dass Du mit Musik Geld verdienen willst. Aber dann musst Du Dich auch anders ausrichten, dann kann man nicht so auf die eigene Kunst setzen, sondern muss schauen, dass man möglichst viele verschiedene Dinge bedienen kann.Das ist leider bei der aktuellen Situation der Preis!

In punkto verschiedener Musikformate?

Am Berklee College wo ich studiert habe, da unterscheiden sie zum Beispiel bewusst zwischen professional und performance. Wer Performance Studiert hat, der verfolgt mehr seinen künstlerischen Weg - wer professional studiert, der guckt, dass er super im Notenlesen wird, dass er ganz viele Stilistiken kennt und diese sofort bedienen kann, wenn er spontan für einen Studiojob angerufen wird.

Also muss man sich da schon zwischen Wegen entscheiden?

Ich denke man muss schon ganz früh an sich forschen, was einem liegt. Ich habe schon viel gemacht, relativ spät mit Jazz, habe Neue Musik, Klassik, Avantgarde gemacht. Ich möchte die Vielseitigkeit nicht missen. Aber wenn es darum geht, sein Geld zu verdienen sollte man sich möglichst früh auf die Suche machen.

Also ist es genauso wichtig, den eigenen Weg zu finden?

Absolut

Wie siehst Du das Verhältnis zwischen der Jazzszene und den Medien?

Also mit den Medien besteht ein ganz krasses Verhältnis. Künstler und Medien sind oft nicht auf Augenhöhe. Ich selber kann mich nicht beklagen, deswegen ist es etwas gewagt, wenn ich das jetzt sage. Wir sind ja von der Presse gut behandelt worden. Dennoch finde ich es nicht okay, das man nur dann eine Besprechung kriegt, wenn man eine teure Anzeige aufgibt. Man braucht wieder eine andere Augenhöhe. Wir brauchen die Medien. Die Medien brauchen uns. Nur: Von uns gibt es viel zu viele. Deswegen ist die Auswahl viel zu groß. Das ist den Medien bewusst. Und dann kommen sie in einem viel zu hohen Maß in eine Auswahlposition die ihnen einfach nicht zusteht, wie ich finde!.

Der Auftrag eines Journalisten ist eine Darstellung dessen was ist, natürlich nach inhaltlichen, künstlerischen und vielleicht auch geschmacklichen Aspekten, aber es geht doch in 1.Linie um eine Darstellung! Das macht mich schon betroffen, ich spreche mit immer mehr Musikern, die sich diesem „Zirkus“ bewußt verweigern, d.h. es gibt dadurch viele tolle musikalische Aktivitäten von denen ausser den Musikerkollegen kaum jemand was mitbekommt!

Das ist aber auch eine Frage der Wahrnehmung, was ich als eigener Erfahrung als Medienmensch sehe: Wahrgenommen wird, was auffällt.

Ja, aber es hängt auch sehr damit zusammen, wonach Du Ausschau hältst! Welche Art von Unterton da mitschwingt, sind es eher die Leisen oder die Lauten, ist das gute Foto wichtiger als die Musik, zählt die Meinung der Journalistenkollegen mehr als Deine Eigene…zugegeben, etwas provokant formuliert aber so läuft es doch manchmal! Die Situation ist doch für die Journalisten auch nicht leicht!! Wenn ich es mir als freier Autor nicht mit dem einzigen Jazzredakteur eines Radiosenders verscherzen will wie kann ich da trotzdem inhaltlich unabhängig bleiben? Nicht einfach, aber es gibt Beispiele, die das hinbekommen in meinen Augen!

CD „Black&White Swan“ (VÖ 4.10.@ ENJA/YELLOWBIRD) Deines THONELINE ORCHESTRA und dem CD-Release-Konzert im Kölner Stadtgarten

Caroline Thom empfiehlt das Buch

Giving Birth to Sound: Women in Creative Music
Renate Da Rin (ed.) and William Parker (coed.)
294 Pages

ISBN: 978-3-00-049279-2