Überraschend und vielseitig |

Das Fries-Nuss Quartett

Text: Bernd Zimmermann | Fotos: Fries-Nuss Quartett

Düsseldorf, 05.02.2013 | Da geht man nichts ahnend zur Verleihung des "NRW-Spielstättenpreises" in die Jazz-Schmiede Düsseldorf, parliert mit Diesem und Jenem über Dies und Das und plötzlich verliert sich die Aufmerksamkeit für den Gesprächspartner und wandert zur Bühne um einer außergewöhnlichen Musik zu lauschen.

Gefühlvoll das Saxophon mal im Stil der alten Meister, mal rotzig und wild, aber immer gekonnt. Weich und voller Farbe das Spiel am Flügel. Mal völlig zurückgenommen, den anderen Instrumenten Raum gebend, dann wieder hypnotisierend und reich an Tönen voll spielerisch Brillianz. Das Schlagzeug taktgebend unterstreichend, unaufdringlich groovig, immer auf dem Punkt und exzellent die Musik unterstützend und bereichernd. Und letztendlich der E-Bass als spannungsgeladener Kontrapunkt. Ein Jazz voller Farben.

Seit 2010 existiert das Fries-Nuss Quartett um den Ausnahmepianisten Benyamin Nuss (Universal) und den Kölner Saxophonisten Heinrich Fries. Komplettiert wird das Ensemble durch Bassist Robert Schulenburg und Drummer Simon Busch. Alle Vier Absolventen der Musikhochschulen Köln, Essen und Maastricht.

Die Konzerte dieser erstklassigen Band, die ausnahmslos spannende Eigenkompositionen spielen sind ebenso überraschend und vielseitig wie die Musiker selbst. Das Fries-Nuss Quartett vereint die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse zu einem eigenständigen, facettenreichen Sound mit Einflüssen aus Klassik, Pop, Live-Techno, und freier Musik und dennoch fest in der Jazztradition verankert. Die Musiker nutzen ihre Vielseitigkeit um den Moment auszukosten, sei es in intimen Soli, in groovenden Unisono-Parts oder hochenergetischen Klangcollagen.

Benyamin Nuss (23) arbeitete als klassischer Pianist mit weltbekannten Orchestern wie z.B. Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, London Symphonie Orchestra, Tokyo Philharmonic Orchestra u.a.. Er spielte außerdem mit Jazzmusikern wie Peter Weniger, Hans Dekker, Christian von Kapphengst, John Goldsby u.a.

Heinrich Fries (28) interpretiert und begleitet Ausstellungen bildender Künstler ( Bildhauerei, Rauminstallationen etc. ) sowie Lesungen mit freien Improvisationen, entwirft Klangcollagen in Kirchen in ganz NRW, komponiert für und konzertiert mit dem FNQ. Studium und Workshops bei Claudius Valk, Paul Heller, Loren Stilman, John Abercrombie, David Liebman u.a.

Robert Schulenburg (28) rockt die Clubs der Republik mit dem wohl einzigen Live Techno Trio Deutschlands „The Smack“ und tourt als Bassist mit Jazzthing Next-Generation Newcomer Nils-Christopher und nicht zuletzt mit Pop-Sternchen wie David Pfeffer ( X-Factor ) oder Mandy Capristo ( Popstars ). Sein Studium und Workshops absolvierte er bei Stefan Rademacher, John Goldsby, John Taylor u.a..

Simon Busch (27) Pulsgeber und Rhythmik-Mastermind des FNQ lässt die niederländische Jazzszene aufhorchen. Er spielte unter anderem mit Andy Harderer (WDR Bigband), Roman und Julian Wasseruhr, Marc Huynen ( WDR Bigband ), Roland Peil ( Till Brönner ), Philipp van Endert, Lauri Antonioli, Frank Giebels, Peter Hermesdorf, Lucas Leidinger, Thorsten Heizmann, Benjamin Garcia, Mathias Höderath (Lena Mayer-Landruth), Landesjugend Jazzorchester NRW, Limburg Symphony Orchestra u.a.. Studium und Workshops bei Ron van Stratum, Adam Nussbaum, John Abercrombie, Dan Wall, Linley Marthe, Alain Caron, Steve Smith, Simon Phillips, Richy Beirach, Horacia Hernandez, David Liebman, Jojo Mayer u.a..

Es wäre keineswegs überraschend, wenn man diese Vier in Zukunft auf vielen renommierten Jazzbühnen zu sehen und vor allem zu hören bekommt.