Lost in Dreams | Curtis Stigers

Gelsenkirchen, 28.7.2010 | Er hat es mal wieder geschafft. Hat ein Album zusammengestellt, das in sich sehr schlüssig ist. Es sollte eigentlich ein Album mit Jazzstandards werden. Dazu haben ihn immer wieder alle möglichen Leute versucht zu überreden, erzählt Curtis Stigers.  

  Ende letzten Jahres  stellte der Amerikaner sein noch immer aktuelles Werk erstmals live auch in Deutschland vor. Am kommenden Sonntag, den 1. August,  gastiert er damit nun im Dortmunder Jazzclub „domicil“.

  Auf „Lost In Dreams“ hat der Sänger, Saxofonist und Songschreiber zwölf Klasse-Songs eingespielt. Jeder einzelne davon packt einen beim Zuhören.

  Aber wie findet man den passenden Song? „Ich habe eine Liste, so einfach ist das. Ich bin ein Jazzsänger, aber ich bin aufgewachsen mit Pop, Rock´n´Roll, Punkrock, Soul und R&B, ich bin also nicht nur ein Fan von Jazzstandards. Ich liebe sie, aber ich habe bei meinen Jazzplatten immer versucht, Songs zu integrieren, die moderne Standards sein könnten, die die Leute eben noch nicht von einem Jazzsänger gehört haben.“

  Annie Lennox´ „Cold“ direkt als Albumeröffnung ist sicher so ein Titel. Auch „Jealous Guy“ von John Lennon, wohl am besten bekannt durch die Version von Roxy Music. „Ich kannte „Jealous Guy“ natürlich seit Jahren, habe aber nie daran gedacht, das Lied selbst zu singen. Dann habe ich ein Konzert mit anderen Sängern und einem Orchester gegeben, mit John Lennon-Songs. Und plötzlich hat mich das Lied getroffen und ich habe gedacht, ich könnte es auf einen anderen Weg führen.“

  Genau das tut Curtis Stigers auf „Lost In Dreams“ mit den Stücken von Lennon, Lennox oder Ron Sexsmith, aber auch mit tausendfach interpretieren Standards wie „My Funny Valentine“ oder „In The Wee Small Hours Of The Morning“. Alles klingt frisch und individuell, wie übrigens auch die dazwischen gemischten, eigenen Kompositionen.

  Curtis Stigers ist zu Recht zufrieden. Auch ohne weitere Mega-Pophits im Stile von „I Wonder Why“ und „You´re All That Matters To Me“, die ihn Anfang der 1990er berühmt gemacht haben. Der alten Zeit nachtrauern gilt nicht, aber: „Na klar, wenn ich wüsste, wie ich jedes Mal einen Hitsong schreibe, würde ich es vielleicht machen.“ Curtis Stigers lacht dabei und man spürt: der Mann ist auch ohne neue Riesenerfolgsnummer rundum glücklich. Text & Fotos: cg