"I'm a big boy, I play a big piano and I love to play music!"

Interview mit George Duke zum Auftritt am 18.4.2010 im „domicil“, Dortmund

Als Produzent ist George Duke ein Star. Platten von Künstlern wie Barry Manilow, Jeffrey Osborne oder Deniece Williams machte er zu Megasellern. Der Pianist und Keyboarder ist aber auch  erfolgreicher Musiker in Sachen Funk, Soul und Jazz. Mit BPM hat er vor einigen Jahren sein eigenes Label gegründet. Auf dem dürfen Musiker mündige Künstler bleiben und das spielen, was sie wollen.

Frage: Wofür steht BPM und wieso haben Sie überhaupt ein eigenes Label gegründet?

George Duke: BPM steht für Big Piano Music. „I´m a big guy, I play a big piano and I love to play music.“ Ich habe BPM gegründet, weil ich kompromisslos meine Musik machen will. Bei meinem bisherigen Label Warner Brothers, die mich gut behandelt haben, wollten einige Leute mich in Richtungen bewegen, in die ich nicht gehen wollte. Ich habe meine Visionen und hatte deshalb beschlossen, auf eigene Rechnung zu arbeiten. Außerdem besitze ich soviel bislang unveröffentlichtes Material, das ich auf BPM herausbringen kann.

Frage: Als erste Veröffentlichung Ihres Labels erschien eine Platte von Ihnen, „Face the Music“. Man hört neben viel Funk auch viel Spaß in der Musik.

George Duke: Ja, wir haben viel gelacht bei den Aufnahmen, so dass wir manchmal gar nicht spielen konnten. Spaß zu haben ist wichtig in meiner Musik. Das habe ich in meiner Zeit bei Frank Zappa gelernt, der immer meinte, ich solle ein wenig lachen.

Frage: Wie steht es mit dem Produzieren?

George Duke: Das habe ich über 20 Jahre gemacht. So erfolgreich, dass es meine Karriere als Künstler überschattet hat. Aber das habe ich ja zugelassen. Ich habe meine eigenen Platten nie so unterstützt, wie das andere mit ihren Platten machen. Ich bin damit nicht durch die Welt getourt, sondern habe im Studio gesessen und weiter produziert. Ich möchte aber wieder mehr Musik machen und es gibt da eine Menge Gebiete, die ich noch nicht erkundet habe.     

Frage: Welche denn?

George Duke: Ich würde gerne ethnische Musik machen, nach Indien fliegen und dort mit indischen Musikern arbeiten. Oder in Kuba was mit Kubanern machen. Oder nach Afrika gehen. Das sind Projekte, die ich realisieren will. Und jetzt, da ich mein Label habe, brauche ich auch niemanden mehr zu fragen, ob ich das auch wirklich machen kann. So lange ich es bezahle, kann ich es tun. Text & Fotos: cg